Mein Verein : Idyllisches Miteinander im Marientreff

Vereinsvorsitzender Arne Bölt freut sich über das Engagement vieler Ehrenamtler im Marientreff, zu denen Doris Evert, Traudi Sand und Conni Greifenberg gehören.
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Vereinsvorsitzender Arne Bölt freut sich über das Engagement vieler Ehrenamtler im Marientreff, zu denen Doris Evert, Traudi Sand und Conni Greifenberg gehören.

Mitglieder schaffen mit Verein Drehscheibe einen Beschäftigungs- und Begegnungsort mit Café und Veranstaltungsraum an der Kirche.

svz.de von
22. April 2018, 16:00 Uhr

Unweit der Rostocker Marienkirche befindet sich im ehemaligen Heiz- und späteren Küsterhäuschen ein kleines Café, das von dem Verein Drehscheibe betrieben wird.

„Eröffnet wurde unser Marientreff mitten im Rostocker Zentrum am 16. November 1999 als eine Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Konfession. Hier können sie montags bis freitags zwischen 11.30 und 17.30 Uhr bei einer Tasse Kaffee und selbst gebackenem Kuchen ins Gespräch kommen über Gott und die Welt. Oder einfach nur ihre Gedanken zur Ruhe kommen lassen“, sagt Diakon Arne Bölt, der Vorsitzender des Vereins Drehscheibe ist.

Die Idee, in dem unter Denkmalschutz stehenden kleinen Haus, den Marientreff zu etablieren, hatten nach der Wende mehrere Frauen. Sie schufen eine Beschäftigungs- und Begegnungsstätte für Menschen, die in den besten Jahren mit 50 plus plötzlich ihren Arbeitsplatz verloren hatten und sich mit diesem Aus nicht abfinden wollten.

„Nach wie vor sind es neben dem rund einen Dutzend Mitgliedern vor allem mehr als 40 Frauen und Männer, die sich hier überwiegend ehrenamtlich engagieren. Während die Männer die Einkäufe erledigen oder kleinere handwerkliche Arbeiten ausführen, sind jeweils zwei Frauen in zwei Schichten pro Tag im Café tätig. Je nach Wunsch einmal monatlich oder auch dreimal wöchentlich. Sie sorgen für die gastliche Atmosphäre im Marientreff, backen täglich frischen Kuchen nach ihren Rezepten und bringen diesen nebst frischem Kaffee direkt an die Tische. Und das alles für einen kleinen Preis“, sagt Arne Bölt.

Der Erlös aus den Einnahmen sowie Spenden kommen Kindern aus der Tschernobylregion zugute, die über zwei andere Vereine erholsame Ferientage in Malchow und Rerik verbringen können. „Den Sommeraufenthalt der Mädchen und Jungen aus der Ukraine in Mecklenburg unterstützt unser Verein seit vielen Jahren. Auch mit einem Tschernobyl-Tag im Sommer, wo wir nicht nur an die Nuklearkatastrophe erinnern, sondern mit vielerlei Aktionen einschließlich Basar um Spenden bitten. 2018 findet die Veranstaltung am 8. Juni und damit vor der Anreise der Kinder statt“, sagt der 47-Jährige. Erstmals in diesem Jahr ist eine umfangreiche Renovierung des Marientreffs geplant. Deshalb wird die Begegnungsstätte vom 23. April bis 1. Mai geschlossen bleiben. Wie der Vereinsvorsitzende versichert, werden die Besucher ihr Café danach wiedererkennen, denn das besondere Flair bleibt erhalten.

Ab Mai startet der Treff in die Hauptsaison, während der nicht nur viele Stammgäste, sondern erfahrungsgemäß auch Urlauber und Touristen aus aller Welt reinschauen. Bei schönem Wetter werden auch Tische und Stühle im Freien aufgestellt, sodass an einem schönen Sommertag schon mal 240 Gäste bewirtet werden wollen. „Das ist natürlich die Ausnahme. In aller Regel kommen pro Tag zwischen 30 und 60 Besucher zu uns“, sagt Arne Bölt.

Großer Beliebtheit erfreuen sich die Veranstaltungen, die im Marientreff durchgeführt werden. Die Lesungen auf dem roten Sofa in der dunklen Jahreszeit sind fast immer ausgebucht. Nicht verwunderlich, denn einerseits kommen bekannte Autoren und Vorleser, andererseits finden maximal 35 Zuhörer Platz im kleinen Café.







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