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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 14:56 Uhr

Ideen-Suche für Neuen Markt

vom

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erstellt am 13.Feb.2013 | 06:39 Uhr

Stadtmitte | Seit vielen Jahren plant die Hansestadt Rostock, dem Neuen Markt sein historisches Gesicht zurückzugeben und die Nordkante neu zu bebauen. Doch der Ankauf der entsprechenden Flächen zog sich so lange hin, dass erst jetzt Bewegung in das Vor haben kommt. Momentan laufen die Vorbereitungen für einen EU-weiten städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Entwicklung des Areals. Bevor sich jedoch die Planer an die Arbeit machen können, sollen die Rostocker in einem Bürgerforum zu Wort kommen und über die Aufgabenstellung für den Wettbewerb diskutieren. Die Diskussionsrunde findet am Montag, 25. Februar, um 19 Uhr in der Rathaushalle statt.

Ursprünglich war der Neue Markt von vier Giebelhaus-Reihen gesäumt. Doch während des Zweiten Weltkriegs fielen die Gebäude auf der Nord- und Südseite den Bomben komplett zum Opfer. Während die Südseite in den 1950er-Jahren neu bebaut wurde, blieb an der Nordkante eine Lücke. Diese zu schließen, bezeichnet Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) heute als eine architektonische Herausforderung: "Es ist schließlich einer der schönsten und sensibelsten Punkte in ganz Rostock."

Sichtachsen sollen frei bleiben

Das Ensemble soll am Ende das Gesamtbild des Neuen Marktes abrunden, ohne die prominenten Sichtachsen zu zerstören und die Anbindung zur Langen Straße zu vernachlässigen. Eine geschlossene Platzform ist laut Methling nicht erwünscht.

In dem zweiphasigen Ideenwett bewerb soll nicht nur eine Nutzungsverteilung für die Nordkante des Neuen Marktes erarbeitet werden, sondern auch für die Flächen zwischen Rathausanbau, An der Hege und der Kleinen Wasserstraße bis zur Krämerstraße. Möglich erscheint aus heutiger Sicht die Nutzung für die städtische Verwaltung, repräsentative städtische Räumlichkeiten, den Einzelhandel, Wohnraum und die Literatur. Eine Tiefgarage soll in jedem Fall integriert werden. Ob das Kempowski-Archiv oder die Johnson-Stiftung dort einziehen, sei völlig offen. "Das ,Haus des Buches’ ist nur der Arbeitstitel", sagt Methling.

Mit der Organisation und Umsetzung des Wettbewerbs hat die Hansestadt das Berliner Planungsbüro Phase 1 beauftragt. Deren Geschäftsführender Gesellschafter Christian Lehmhaus erläutert, dass in der ersten Planungs phase grundsätzliche Vorschläge für die Einordnung der Gebäude und die Verteilung der Nutzungen eingereicht werden sollen. Für Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtplanung und -entwicklung, ist es besonders wichtig, dass der Wettbewerb möglichst offen ablaufen kann. "Nur so bekommen wir die ganze Breite an Vorschlägen", sagt er. Lediglich der städtebauliche Rahmenplan gibt gewisse Einschränkungen, was die minimale und maximale Bebauungs höhe angeht.

Mitte August soll eine Fachjury die 15 besten Entwürfe herausfiltern. Die Planer. Die es in die zweite Phase schaffen, bekommen dann noch einmal Zeit, um ihre Entwürfe zu konkreteren Vorschlägen zu entwickeln und die Hinweise der Jury einzubeziehen. Zum Preisgericht soll mindestens ein Mitglied aus dem Rostocker Gestaltungsbeirat gehören, der im vergangenen Jahr gegründet wurde, um vor Bausünden zu bewahren.

Kreativschmiede kostet die Stadt bis zu 200 000 Euro

Die Erwartungen an den Wettbewerb, der die Stadt zwischen 100 000 und 200 000 Euro kostet, sind in jedem Fall hoch. "Wir können von den Wettbewerbs-Teilnehmern Vorschläge zur Verkehrsführung, der Bebauungsdichte und -höhe erwarten, aber keine Gebäude -Entwürfe", erklärt Lehmhaus. Nach Abschluss des städtebaulichen Ideenwettbewerbs sollen dazu im kommenden Jahr mehrere Realisierungswettbewerbe für einzelne Baufelder ausgelobt werden. Oberbürgermeister Methling hofft, dass die Grundsteinlegung spätestens 2018 erfolgen kann, zur 800-Jahr-Feier der Hansestadt. "Wir wollen zeigen, dass Rostock in Bewegung ist und bleibt."


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