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Aus dem Gericht : „Ich will, dass er bestraft wird“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

21-Jährige fordert Gerechtigkeit nach gewaltsamem Übergriff ihres Partners / Zweifacher Vater räumt Tat teilweise ein

Das Amtsgericht Rostock hat den Ausbaufacharbeiter Marcel D. (29) wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1125 Euro verurteilt.

Der Angeklagte ist Vater eines einjährigen Sohnes und Pflegevater eines Siebenjährigen, dem Sohn seiner früheren Lebensgefährtin, die vor vier Jahren starb. Die Rostocker Staatsanwaltschaft legte ihm zur Last, am 2. August 2015 in der Henrik-Ibsen-Straße in Rostock die 21-jährige Janka V., Mutter des Einjährigen, in schlimmster Weise attackiert zu haben. Weil sie das Bad nicht putzen wollte, soll er sie geschlagen, an den Haaren gerissen, ihren Kopf gegen den Küchenschrank gestoßen haben. Als sie zu Boden ging, soll er den Fuß auf ihren Brustkorb gesetzt, eine Nagellackflasche nach ihr geworfen und ihr Gesicht in das Erbrochene des Säuglings gedrückt haben. Anzeige hatte das Jugendamt Lübeck erstattet, wohin Janka V. inzwischen verzogen ist. „So war das nicht“, sagte der Angeklagte. Er gab zu, dass sie sich gestritten hätten. Er habe großen Stress gehabt: Die Vorbereitung der Einschulung des Großen, Weiterbildungsseminare und so weiter. „Nun sollte ich den kleinen Sohn nicht mehr sehen, obwohl wir ein gemeinsames Sorgerecht beantragt hatten“, erklärte er. „Ich habe mich um alles gekümmert. Sie lag bis zum Mittag im Bett. Mir reichte es.“ Der Angeklagte bestritt, seine Freundin geschlagen und ihren Kopf gegen den Schrank gestoßen zu haben. Allerdings habe er sie am Boden fixiert, aber nicht getreten. Er gab auch zu, verlangt zu haben, dass sie das Bad säubere. In das Erbrochene habe er sie nicht gedrückt. Janka V. reiste mit einer Vertreterin des Lübecker Jugendamtes an. „Marcel wollte zur Hanse Sail und ich wollte Urlaub in Lübeck machen.“ Sie sei von dem Angeklagten zu Boden gedrückt worden. Er habe seinen Fuß auf ihre Brust gestellt. „Ich dachte, jetzt ist es vorbei. Ich bekam keine Luft mehr.“ Als sich der Säugling erbrach, habe er ihren Oberkörper über das Bettchen gedrückt. Berührt habe sie das Erbrochene aber nicht. Sie hätten sich inzwischen geeinigt. Alle 14 Tage könne er seinen Sohn für vier Stunden in Lübeck sehen, sagte sie. Gefühle habe sie nicht mehr für ihn. „Ich will, dass er bestraft wird.“ Die Staatsanwaltschaft sah den Sachverhalt der Körperverletzung als erwiesen an und beantragte für Marcel D. eine Freiheitsstrafe von acht Monaten zur Bewährung. Die Vorsitzende Richterin hielt eine Geldstrafe für ausreichend. Der Angeklagte sei nicht grundsätzlich gewaltbereit, meinte sie. Er habe sich nicht voll im Griff gehabt. Beide hätten sich hoch geschaukelt. Marcel D. erklärte, dass er sich wegen eines eventuellen Einspruchs gegen das Urteil beraten lassen will.

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