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Interview mit Jan Weiler : „Ich fühlte mich wie ein Monster“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Am 27. Januar liest Jan Weiler aus seinem Buch „Das Pubertier“. Im Interview verrät er, wie die Pubertät für ihn selbst war.

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 10:00 Uhr

Jan Weiler beschreibt, wie Kinder in rasender Geschwindigkeit von fröhlichen, neugierigen und nett anzuschauenden Mädchen und Jungen zu muffeligen, maulfaulen und hysterischen Pubertieren werden. Nach seinem Romandebüt „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ kommt er nun mit einem Buch für die ganze Familie. Am Dienstag, 27. Januar, ist Weiler zu Gast bei Hugendubel in der Kröpeliner Straße 41 und liest aus „Das Pubertier“. Es ist eine Benefizveranstaltung zugunsten des Hospizes am Klinikum Südstadt.

 

Das Buch „Das Pubertier“ handelt von der Pubertät Ihrer Tochter. Wie hat Ihre Tochter auf die Veröffentlichung reagiert?
Weiler: Sehr gelassen, denn sie ist ja nicht das Pubertier. Das Pubertier sind sämtliche Jugendliche, die ich kenne, also auch ihre Freunde und Nachbarskinder und meine Erinnerungen an meine eigene Jugend. Sie geht deshalb ziemlich entspannt mit dem Thema um. Allerdings nervt es sie inzwischen, ständig darauf angesprochen zu werden.


Hat sich dadurch in Ihrer Familie etwas verändert?
Nein. Das ist einfach meine Arbeit. Vielleicht wäre es etwas anderes, wenn ich gerade erst mit der Kolumne angefangen hätte. Aber ich schreibe die ja schon seit acht Jahren. Deswegen rastet hier niemand aus. Meine Kinder kennen fast kein Leben ohne die Kolumne.


Fiel Ihnen das Schreiben an diesem Buch besonders leicht?
Das sind ja Kolumnen, die schon vorher veröffentlicht worden waren. Es ist eine Zusammenstellung. Insofern fiel mir das ziemlich leicht.

Haben Sie sich in den Geschichten im „Pubertier“ selbst wiedergefunden?
Ja, klar. An vielen Stellen, aber nicht unbedingt beim Pubertier selber, sondern bei ihrem Freund Moritz. Ich war sehr schüchtern und sicher nicht besonders geschickt im Umgang mit Mädchen. Ähnlich wie Moritz. Und dann diese Pickel. Schrecklich. Ich fühlte mich wie ein Monster.


Was hat sich beruflich und privat nach dem Erfolg Ihres Romandebüts „Maria ihm schmeckt’s nicht!“ in Ihrem Leben geändert?
Es hat mir eine gewisse Unabhängigkeit beschert, und die hat mein Leben verändert. Ich kann weitgehend machen, was ich möchte, jedenfalls beruflich. Und das betrachte ich als großes Privileg.


Was bedeutet für Sie das Familienleben – täglicher Wahnsinn?
Ja, das ist in allen Familien so. Ich kann mir das nicht anders vorstellen. Überall wird darum gerungen, dass Jacken aufgehängt und Türklinken benutzt werden können. Und überall gibt es Diskussionen übers Bude aufräumen und pünktlich nach Hause kommen. Wenn es nicht so wäre, wäre nichts los. Und das wäre doch schade.

Wann kommt Ihr neues Buch heraus?
Am 6. März erscheint mein neuer Roman „Kühn hat zu tun“. Es geht zwar auch um Familie, aber auch um andere Dinge. Mit dem Pubertier geht es ebenfalls weiter. Es wird eine Fortsetzung geben.


Der Auftritt bei Hugendubel ist für eine gute Sache. Die Einnahmen kommen dem Hospiz zugute…
Diese Auswahl hat der Veranstalter getroffen, aber sie ist ganz in meinem Sinne. Ich selbst unterstütze ein Kinderhospiz. Es sind wichtige Einrichtungen.


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