zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 05:45 Uhr

„Ich bin nicht Cash, ich tu’ nur so“

vom

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2012 | 09:35 Uhr

Rostock | Gunter Gabriel kommt am 9. Oktober als "The Man in Black" in die Rostocker Stadthalle und spielt im Musical "Hello, I’m Johnny Cash" die amerikanische Ikone. Gestern hat er schon mal einen kleinen Einblick in die kommende Show gegeben. "Ich war lange mit Johnny Cash befreundet und finde es geil, dass ich diese Show jetzt machen kann", sagt Gabriel. Der deutsche Country-Sänger hatte bis zu Cashs Tod 2003 noch engen Kontakt zu seinem Idol und Freund, der ihn auch dazu ermutigte, seine Songs auf Deutsch aufzunehmen.

Die Entscheidung, mit einem Musical auf Tournee zu gehen, fiel dem Sänger zunächst nicht leicht. Er war skeptisch und hatte Angst vor einem Flop: "Ich bin doch kein Schauspieler. Auf meinen eigenen Konzerten konnte ich ja immer tun und lassen, was ich wollte, aber für ein Musical gibt es ein Drehbuch, an das ich mich halten muss." Zudem hatte Gabriel sogar einen Astrologen befragt, ob diese Show eine gute Idee sei: "Er meinte, meine Sterne stehen gut, auch wenn sich das albern anhört."

Auch der Hamburger erlebte viele Höhen und Tiefen

Doch der Schritt auf die Musical-Bühne hat sich gelohnt: 140 Vorstellungen in Hamburg und Berlin, alle waren ausverkauft. Gabriel erinnert sich: "Die Vorstellungen waren toll, ich war manchmal so gerührt von der Musik und den begeisterten Zuschauern, dass ich in Tränen ausgebrochen bin."

Die Geschichte, die auf der Bühne erzählt wird, handelt von Johnny Cashs schwierigen Anfängen im Nashville der 1950er-Jahre und begleitet ihn durch die Höhen und Tiefen seines Lebens. Als "The Man in Black" wurde er zur lebenden Legende. Als er starb, trauerte die Musikwelt. Nun steht er wieder auf und Gunter Gabriel reist mit der Show durch Deutschland und macht auch in Rostock Halt. Er lässt den unvergessenen Cash und zugleich seiner Frau June Carter, gespielt von Gabriels Bühnenpartnerin Vasiliki Roussi, wieder aufleben und bringt ihn auf die Bühne zurück. Auch Gabriel hat viel erlebt, sich von ganz unten wieder hochgearbeitet. Er stellt trotzdem klar: "Ich bin nicht Johnny Cash, ich tu’ nur so." Dennoch gibt es gewisse Parallelen zwischen den Lebenswegen der beiden Sänger. Beide Karrieren begannen steinig. Gabriel machte zunächst eine Schlosserlehre, doch die Gitarre hatte er damals schon immer am Mann und hörte im Radio seinen Idolen zu. Seinen ersten Song schrieb er nicht für sich, sonder für Rex Gildo und dann auch für andere Künstler. Ähnlich ging es auch Cash, der schon als Kind auf den Baumwollfeldern arbeiten musste und nur vor dem Radio glücklich war. Später schrieb er mehr als 500 Songs. Gabriel und er standen sogar gemeinsam auf einer Bühne. "Das war damals in Köln, Cash hatte zu viel getrunken und den Text vergessen, das musste ich dann übernehmen", erinnert sich Gabriel. Ein besonderes Andenken an den alten Freund hat Gabriel im Juli zu seinem 70. Geburtstag bekommen: die goldene Schallplatte, die Cash für den Song "At San Quentin" bekommen hatte, gehört nun ihm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen