zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 22:59 Uhr

Hunderte gedenken der Unfallopfer

vom

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2011 | 08:36 Uhr

Rostock | Mit einem bewegenden Gottesdienst ist am Mittwoch in Rostock an die Opfer des Massenunfalls auf der A 19 erinnert worden. In der voll besetzten Marienkirche gedachten 700 Trauergäste der Katastrophe. Für die acht Todesopfer wurden Blumen niedergelegt, für jeden brannte eine Kerze auf dem Altar. Zu den Trauergästen gehörten Angehörige wie Betroffene des Massenunfalls, Freunde und Familienmitglieder, Rettungskräfte, Polizisten und Feuerwehrleute und Rostocker, die Mitgefühl für die Betroffenen empfinden.

Die Bischöfe der Evangelischen Landeskirche Mecklenburgs und des Erzbistums Hamburg hatten zum ökumenischen Gottesdienst geladen. In ihren Reden gedenken sie der Toten und danken den Helfern. Das Unglück habe bewusst gemacht, wie zerbrechlich das Leben sei, sagte der katholische Weihbischof Norbert Werbs. Es erinnere an die Verantwortung, die jeder trage, der am Straßenverkehr teilnehme. „Die selbstlose Einsatzbereitschaft der Helfer verdient Dank, Anerkennung und Unterstützung - auch über den Tag hinaus“, sagt Werbs.

Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn warnt vor Schuldzuweisungen. Auch Fragen nach der Verantwortung helfen momentan nicht weiter. Die Menschen spüren Ohnmacht, Zorn und abgrundtiefe Traurigkeit, sie müssen erkennen: „Unser Leben ist zerbrechlich, unser Leben ist gefährdet.“ Auch Maltzahn dankt den Helfern, für die sich nach den furchtbaren Erlebnissen das Leben verändert habe. Der Glaube daran, dass es richtig war zu helfen, bleibe trotz aller Erschütterungen. „Dieser Unfall hat allen bewusst gemacht, Katastrophen geschehen nicht nur in Japan und anderswo. Sie ereignen sich auch hier bei uns“, sagt von Maltzahn.

Den professionellen und eher zufälligen Helfern sei es zu verdanken, dass größeres Leid verhindert werden konnte. „Neben acht Toten wollen wir an die 131 Menschen denken, die bei diesem Unglück teilweise schwer verletzt worden sind und in Spezialkliniken gebracht worden sind“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). „Gerade bei ihnen sind Angehörige hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung“, sagt Feuerwehrmann Ulf Heller. Am Unfall am Freitag zwischen Rostock und Güstrow waren mehr als 80 Pkw und Lkw beteiligt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen