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15. Dezember 2017 | 07:34 Uhr

Hunden das Leben retten

vom

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 05:04 Uhr

Diedrichshagen | Der fünfjährige Adrian streichelt Katzen, die schnurrend in der Sonne liegen. Und auch vor den Hunden, die aus Portugal stammen und auf dem Grundstück von Barbara Linkis in Diedrichshagen ein Zuhause gefunden haben, hat der Knirps keine Angst. Adrian, der vorübergehend im Kinder- und Jugendhaus Becker in Lichtenhagen-Dorf lebt, ist mit seinem Betreuer Uwe Lötsch gekommen.

Der Heilerzieher hat vor zwölf Jahren Kontakt zum Verein Tiere in Not geknüpft und einen aus Portugal stammenden Hund zu sich nach Hause geholt. "Damals habe ich in einer Behinderteneinrichtung gearbeitet und meinen Vierbeiner oft mitgenommen. In dieser Zeit konnte ich beobachten und erfahren, wie Menschen durch den Kontakt zu Tieren ansprechbar werden, ja soziale Probleme abbauen", sagt der 55-Jährige. Nun kommt er mit einigen seiner Schützlinge regelmäßig zu Barbara Linkis, die den Verein leitet. Auf dem Grundstück im Stolteraer Weg knüpfen die Kinder, die in ihrem kurzen Leben vielfach Leid erfahren haben, Kontakte zu den Tieren. "Auch jene, zu denen wir Erwachsenen kaum Zugang finden, öffnen sich beim Streicheln oder Herumtollen mit den Tieren. Und die Lütten lernen auch, Verantwortung zu übernehmen", sagt Lötsch.

Linkis freut sich über die kleinen Besucher aus dem Kinder- und Jugendhaus. "Nachdem meine Versuche, eine Begegnungsstätte für Mensch und Tier mit Hilfe der Stadt zu errichten, gescheitert sind, habe ich eine solche Einrichtung in kleinerer Form auf meinem Grundstück geschaffen. Regelmäßig sind hier Mädchen und Jungen zu Gast, die sich mit den Tieren beschäftigen. Für mich bedeutet das auch ein Stück aktiven Tierschutz. Die Kinder lernen hier den richtigen Umgang mit den Vierbeinern und entwickeln Verständnis, Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl", sagt Linkis, die das Café in der 19. Etage des Hotels Neptun über viele Jahre geleitet hat.

Ein großer Wunsch von ihr ist es, dass Kommunen und Tourismusbetriebe mehr Verantwortung in Sachen Tierschutz übernehmen. "Ein Projekt, bei dem Kinder, die selbst keine Tiere haben, Kontakt zu Vierbeinern knüpfen und beispielsweise das Zubereiten gesunder Kost lernen können, war immer mein Traum. Allerdings kann ich persönlich so ein Vorhaben nicht verwirklichen. Zurzeit nimmt mich die Rettung von Hunden vor der Giftspritze in südlichen Gefilden voll in Anspruch", sagt die Warnemünderin, die auf die Unterstützung zahlreicher Paten setzen kann. Allein in diesem Jahr haben die Tierschützer um Linkis bereits 32 Hunde an die Ostsee geholt, die deutschlandweit alle ein schönes Zuhause gefunden haben. "Wir geben die Vierbeiner nur in gute Hände", betont die Tierschützerin, deren Verein rund 30 Mitglieder und viele Freunde hat.

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