Obdachlosenhilfe in Rostock : Hotel kocht für Wohnungslose

Heiße Suppe serviert Hoteldirektor Mathias Freiheit (l.) im betreuten Wohnen von Hartwig Vogt.
Heiße Suppe serviert Hoteldirektor Mathias Freiheit (l.) im betreuten Wohnen von Hartwig Vogt.

Sportforum-Mitarbeiter bieten Ostermahl an und integrieren Benachteiligte

von
24. März 2016, 12:00 Uhr

Statt Geschäftsgäste und Sportler hat ein Team des Hotels Sportforum gestern Wohnungslose bewirtet. Direktor Mathias Freiheit, Küchenchef, Serviceleiter und Operationsmanagerin servierten mehr als 80 Menschen direkt im betreuten Wohnen für Obdachlose im Hawermannweg Gulaschsuppe, Brot, Kuchen und Kaffee.

„So ein Essen zu Ostern hatten wir noch nicht“, sagt Einrichtungsleiter Hartwig Vogt. Klassischer Zeitpunkt für Wohltätigkeit: Weihnachten. Es sei schön, dass mit dem Essen die besondere Zeit zu Ostern hervorgehoben werde, findet Vogt. Im Verwaltungstrakt wurde eine lange, gedeckte Tafel aufgestellt. Die Idee ist dem Hotel-Team Ende vergangenen Jahres gekommen. Das Haus hat einen Azubi, der obdachlos war, einige Monate im Heim Unterschlupf fand. Der 26-Jährige hat den Absprung geschafft, ist seit September in der Ausbildung. „Wir fungieren als Integrationshotel“, erklärt Freiheit. Von 45 Mitarbeitern hat die Hälfte Behinderungen. „Aber wir geben auch Menschen eine Chance, die vielleicht auf dem ersten Arbeitsmarkt keine haben“, sagt der Chef der gemeinnützigen GmbH. Was sie nicht leisten könnten, sei eine Spende. „Deswegen versuchen wir es mit einem Essen. Das ist, was wir mit am besten können“, sagt er. 400 Portionen entstehen im Hotel am Tag – auch für Seniorenheime und Kitas. Lieferant Chefs Culinar Nord sponsorte die Zutaten für die Festtagssuppe.

„Diese Geste ist noch schöner, als es Geld gewesen wäre – dass sie vorbeikommen, wahrnehmen, dass es das hier gibt“, sagt Rolf Gauck von der Diakonie Rostocker Stadtmission. Zu dem Verein gehört das betreute Wohnen. 130 Menschen leben dort in Wohnungen und Wohngruppen. Unter 30-Jährige bleiben im Schnitt acht Monate. Ein Drittel der Bewohner sind Mehrfachbeeinträchtigte, die allein nicht leben könnten, teilweise seit 15 Jahren da sind. 40 Mitarbeiter betreuen und bewirtschaften das Heim. Sie zu unterstützen, will das Hotel Sportforum Tradition werden lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen