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21. November 2017 | 13:17 Uhr

Hohe Haftstrafe für Spielothek-Räuber

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2012 | 07:58 Uhr

Rostock | Wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht gestern den Trockenbauer Nico K. (29) zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Für das Gericht bestanden keine Zweifel, dass der Angeklagte mit zwei bis jetzt unbekannten Komplizen am 23. März 2007 um 3.50 Uhr die Spielothek Playland in der Grubenstraße überfiel und 10 000 Euro aus der Kasse raubte.

"Nach fünf Jahren hat die Tat den Angeklagten eingeholt." So kommentierte der Vorsitzende Richter der 3. Großen Strafkammer gestern das Gutachten des Landeskriminalamts. Ermittler hatten in der Tatnacht Blut an der Rückwand der Registrierkasse gefunden. Die Daten konnten später mit einer Speichelprobe verglichen werden, die Nico K. abgeben musste, als er wegen einer anderen Straftat ins Gefängnis musste. Die Spuren waren so genau, dass sogar nahe Blutsverwandte des Angeklagten ausgeschlossen werden konnten. Gleich nach Bekanntwerden der Analyse hatte Nico K. ein Geständnis abgelegt, das aber nur seinen eigenen Tatbeitrag betraf. Die Namen seiner Komplizen nannte er nicht.

Er gab an, während des Überfalls vor der Tür Schmiere gestanden zu haben. Er sei erst später in die Spielhalle gegangen, habe die Kasse aufgebrochen und das Geld entnommen. Er sei unbewaffnet gewesen und habe sich nicht an der Quälerei des Angestellten beteiligt. Allerdings habe er selbst einige Automaten zerstört.

Eine mildere Strafe könne er deshalb trotzdem nicht erwarten, argumentierte der Richter, denn das Treiben seiner Mittäter habe er gebilligt. So sei er mit dem bewaffneten Eindringen der Täter in die Spielhalle, wie auch mit der zusätzlichen Bedrohung des Angestellten durch einen Warnschuss, einverstanden gewesen. Auch das Niederschlagen des Opfers und seine Fixierung am Boden, um das Absetzen eines Alarms zu verhindern, habe er gutgeheißen. Die Intensität des Einwirkens auf den Angestellten, den hohen Schaden von mehr als 15 000 Euro, den Einsatz der Waffe sowie die massiven Vorstrafen sah das Gericht als strafverschärfend an. Zu Gunsten von Nico K. konnten nur das frühe Geständnis und die lange Zeit seit der Tat gewertet werden. Trotzdem wurden drei Monate als verbüßt angerechnet. "Der Umsetzungsprozess muss jetzt bei Ihnen beginnen", so der Richter. "Denken Sie auch über die Folgen für den Spielotheks-Angestellten nach."

An der Aufklärung der Identität der anderen Täter wird weiter gearbeitet. Einer der Gesuchten könnte Ronny T. (35) sein, der im Prozess gegen Nico K. als Zeuge verhört wurde. Der Spielotheks-Angestellte will ihn zumindest auf einem Foto wiedererkannt haben.

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