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16. Januar 2018 | 11:01 Uhr

Hohe Haftstrafe für Friedhofsräuber

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2013 | 08:42 Uhr

Rostock | 4300 Euro hat Ingolf Dietmar B. bei seinen Beutezügen durch den Neuen Friedhof ergattert. Während Angehörige die Grabstätten ihrer Verstorbenen pflegten, machte sich der 53-Jährige an deren Habseligkeiten zu schaffen: Handtaschen, Jacken und ein Rucksack gingen ihm ins Netz. Jetzt verurteilte das Amtsgericht Rostock Ingolf Dietmar B. wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in elf Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Seine Taten beging er zwischen dem 2. September 2011 und 11. Juli 2012.

Der gerichtsbekannte Rostocker Bäcker verfügt über ein langes Strafregister mit 17 Eintragungen, das bis weit in die DDR-Zeit zurück reicht. 21 Jahre verbrachte er bereits hinter Gittern. Gleich zu Prozessbeginn am 27. September 2012 legte er ein Geständnis ab, räumte aber nur zehn Taten ein. Der Angeklagte ging in allen Fällen mit erheblicher krimineller Energie zu Werke.

Mit dem ersten Handtaschendiebstahl erbeutete der Räuber 80 Euro in bar sowie eine EC-Karte. Kurz darauf hob er 770 Euro ab, drei Minuten später 229 Euro und noch einmal 76 Euro. Die Polizei registrierte insgesamt 20 Fälle, die aber möglicherweise nicht alle auf sein Konto gehen. An manchen Tagen gingen gleich mehrere Anzeigen von älteren Damen ein.

Manche Opfer hatten leichtsinnigerweise Bargeld in Höhe von 150 und 200 Euro in ihren Handtaschen. Hinzu kamen erhebliche Geldsummen, die Ingolf Dietmar B. mit den Geldkarten von den Konten der Geschädigten abräumte. 3123 Euro erbeutete er allein mit den Karten. Die Ermittler kamen durch Aufnahmen der Überwachungskameras einer Bank auf seine Spur. Trotzdem konnte er nicht gleich gefunden werden. Nach Angaben seiner Bewährungshelferin war er erst am 18. Mai 2011 aus der Justizvollzugsanstalt in Bützow entlassen worden und hatte bis September alle Auflagen gewissenhaft erfüllt. Ab Oktober war der Angeklagte verschwunden. Ein Lebenszeichen gab er erst von sich, als zwei Strafanzeigen aus Kiel eintrafen. Er hatte seinen Wohnsitz nach Hamburg auf die Reeperbahn verlegt. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei das Handy einer Rostocker Geschädigten.

Sein jüngstes Opfer war 56 Jahre alt, sein ältestes weit über 80. Er habe als arbeitsloser Bäcker ständig unter Geldmangel gelitten, gab er als Motiv an. Eigentlich wollte er das gestohlene Geld für die Tochter einer früheren Lebensgefährtin verwenden. Er gab es aber für sich aus. Den Schaden von 4300 Euro muss er zurückzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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