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Rostocks Stadtgeschichte : Hoffnung für ein Schmuckstück

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zeeck’sche Villa steht für 2,5 Millionen Euro zum Verkauf. Makler Jens Gienapp geht von baldigem Vertragsabschluss aus. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 10.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Schon beim Gang durch die Eingangstür atmet der Besucher die Geschichte des imposanten Hauses. Direkt an der August-Bebel-Straße gelegen, passieren täglich Tausende Autofahrer und Fußgänger die Zeeck’sche Villa und kennen zumindest deren imposantes Äußeres. Seit gut einem Jahr, nachdem das Institut für Physik ausgezogen ist, steht das von Architekt Paul Korff entworfene Gebäude nun schon zum Verkauf.

„Das ist ein ganz normaler Zeitrahmen für solch ein besonderes Objekt“, sagt Jens Gienapp von Engel und Völkers, der im Auftrag des privaten Eigentümers aus dem Landkreis Rostock mit dem Verkauf betraut ist. Rund 2,5 Millionen Euro werden für die Villa aufgerufen. „Ich gehe davon aus, dass noch mal mindestens ein niedriger sechsstelliger Betrag für die Sanierung zu investieren ist“, so Gienapp.


Käufer kann sogar eine Brücke bauen


Der Immobilienexperte bietet das Objekt für gewerbliche Nutzung an, obwohl es auch Interessenten gab, die es als Wohnhaus nutzen wollten. „Aber es ist ideal für Unternehmen, die sich repräsentativ vergrößern wollen, wie zum Beispiel Kanzleien oder Schiffsmakler“, sagt der Geschäftsführer. Er sei momentan in Verhandlungen mit Interessenten aus Rostock und optimistisch, dass es bald zum Verkauf kommt. „Gerade in diesem Fall ist es ja auch wichtig, dass der Käufer und sein Konzept zur Seele des Hauses passen“, so Gienapp. Er hätte auch schon Nachfahren des Kaufmannes Gustav Zeeck durch die Villa geführt und von denen interessante Details erfahren. So gibt es direkt im Eingangsbereich mit Blick auf die August-Bebel-Straße einen abgetrennten Raum, „der als Aufenthaltsbereich für den Kutscher und später für den Fahrer diente“, weiß der Makler.

Obwohl jahrzehntelang das Institut für Physik der Rostocker Universität die 29 Räume und den Keller nutzen, sind noch viele Originale erhalten, auf deren weiteren Bestand auch der Denkmalschutz achtet. Lichtschalter, Heizkörper, die Fliesen im Wintergarten, der Holzboden im Essenssaal, Türen und Klinken vermitteln noch heute einen Eindruck der prächtigen Jahre der Kaufmanns-Villa. Im früheren Schlafzimmer stammen noch Wand-Einbauschränke aus den Anfangsjahren der Villa. Besonders beeindruckend sind auch die dunklen Holzvertäfelungen und der Kronleuchter im Erdgeschoss. Dort und im ersten Obergeschoss ist das Haus so angelegt, dass Bewohner und Besucher einmal komplett rundherum gehen können.

Im Dachgeschoss unter dem ausbaufähigen, 1300 Quadratmeter großen Boden befanden sich früher die Räume des Personals. Linoleumböden und Tapete, deren Design aus DDR-Zeiten stammt, sind allerdings das Überbleibsel der letzten Mieter.

Zu den Besonderheiten der Villa zählt auch ein prächtiger Wintergarten mit Blick auf die Wallanlagen, der eine Tür enthält. „Die führte damals zu einer privaten Brücke, die sich Zeeck über den Wasserlauf vom Unterwall bauen ließ, um schneller in sein Kaufhaus zu kommen“, weiß Gienapp. Das Warenhaus existiert nicht mehr, befand sich aber früher an der Stelle, an der jetzt das Gebäude von Peek&Cloppenburg steht. „Wenn der künftige Besitzer das möchte, kann er sich diese Brücke sogar wieder bauen lassen, das ist erlaubt“, erklärt der Makler.

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