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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. Oktober 2017 | 14:46 Uhr

Hoffnung auf Diplomatie

vom

svz.de von
erstellt am 01.Sep.2013 | 07:06 Uhr

Rostock | Der Bürgerkrieg in Syrien hält die Menschen seit Monaten in Atem und stellt die Weltgemeinschaft vor die große Frage: Militärisch eingreifen oder weiter auf diplomatische Lösungen hoffen? Das Rostocker Friedensbündnis und die Deutsche Friedensgesellschaft Vereinigte Kriegsdienstgegner haben dazu eine ganz klare Position - sie lehnen einen Militärschlag ab. Zum gestrigen Weltfriedenstag gaben sie auf dem Rostocker Universitätsplatz eine gemeinsame Kundgebung.

Es sind vor allem die Entwicklungen in Syrien, die den Aktivsten derzeit Sorgen bereiten. "Die Finger sind am Abzug", sagte Prof. Wolfgang Methling (Linke) und machte damit auf die drohende Gefahr aufmerksam. Dr. Cornelia Mannewitz vom Rostocker Friedensbündnis fürchtet, dass mit einem militärischen Eingreifen in Syrien ein Krieg ausbricht, der über die Grenzen des Landes hinaus geht. Viele Nationen seien daran sogar interessiert, schließlich sei die Rüstungsindustrie einflussreich - auch in Deutschland. Die Aktivisten kritisierten, dass - selbst wenn sich die Bundesrepublik nicht direkt an einem Einsatz beteiligen würde - sie es dennoch indirekt täte. ",Patriot’-Raketen aus Sanitz und Bad Sülze stehen zum Beispiel an der türkisch-syrischen Grenze. Wir fordern, dass sie abgezogen werden", sagt Mannewitz. Ihr ist es außerdem wichtig, dass mehr syrische Flüchtlinge in Deutschland unterkommen.

Bei dem Weltfriedenstag ging es aber nicht nur um die Entwicklungen in Syrien, sondern auch um das Thema Drohnen. Sie ermöglichen einen Krieg ohne Soldaten. Per Fernsteuerung können damit Bomben abgeworfen werden. "Es hieß einmal, nie wieder Krieg - und dann werden solche Waffen entwickelt", sagt die 82-jährige Johanna Jawinsky kopfschüttelnd. Sie hat den Zweiten Weltkrieg noch miterlebt und glaubt, dass allein Diplomatie Konflikte lösen kann, und engagiert sich darum im Rostocker Friedensbündnis. Gemeinsam positionieren sie sich gegen die fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft und hoffen auf eine friedliche sowie zivile Entwicklung der Region.

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