Wirtschaft : Höherer Dauerzuschuss für Laage

Zählte in diesem Jahr bislang 24 000 Passagiere mehr als 2014: der Flughafen Rostock-Laage
Zählte in diesem Jahr bislang 24 000 Passagiere mehr als 2014: der Flughafen Rostock-Laage

Grüner Verkehrsexperte Jaeger fordert dauerhaftes Bekenntnis des Landes für Flughafen

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10. November 2015, 06:00 Uhr

Grüne Kehrtwende für einen ewigen Subventionsempfänger: Zwei Jahre vor dem Auslaufen der bis 2017 befristeten millionenschweren Landeszuschüsse für den verlustreichen Flughafen Rostock-Laage fordern die Grünen in MV eine dauerhafte Finanzhilfe aus der Landeskasse. In den vergangenen Monaten hätten vor allem Zubringerflüge für Kreuzfahrttouristen im Hafen Rostock die Passagierzahlen in Laage steigen lassen, erklärte Johann-Georg Jaeger, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, nach einem Statusbericht im Energie- und Infrastrukturausschuss des Landtages. Der Kreuzfahrtterminal werde immer häufiger als Start- und Ankunftshafen für Kreuzfahrer genutzt, die per Flugzeug nach MV kämen. Angaben des Flughafens zufolge waren in diesem Jahr bislang rund 18 000 Kreuzfahrer aus Mailand, Rom, Paris und Madrid nach Laage und per Shuttle nach Warnemünde gebracht worden. Insgesamt war die Zahl der Passagiere in Laage in den ersten neun Monaten auf 154 200 gestiegen – 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die an- und abfliegenden Kreuzfahrer würden Rostock einen wesentlich höheren Nutzen bringen. Auch wenn Laage in diesem Jahr unter der Marke von 200 000 Fluggästen bleiben werde, der Flughafen sei auf dem richtigen Weg, meinte Jaeger. Er brauche aber künftig verlässliche Hilfe des Landes. Jaeger: „Der Flughafen braucht ein dauerhaftes Bekenntnis des Landes.“

Zu geringe Passagierzahlen und Belastungen nach dem Terminalbau hatten den Flughafen 2013 tief in die Verlustzone rutschen und die Insolvenzgefahr steigen lassen. Das Land verdoppelte entgegen allen bisherigen Beschlüssen Anfang 2014 überraschend seinen Verlustausgleich für den Flughafen für die nächsten vier Jahre – bis 2017 zahlt Schwerin jährlich ein Betriebskostenzuschuss von einer Million Euro statt bislang 500 000 Euro. Allerdings hatte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) die Finanzhilfe an eine deutliche Erhöhung der Passagierzahlen auf 250 000 bis 300 000 Fluggäste jährlich geknüpft. Das Land und die kommunalen Gesellschafter schießen jährlich insgesamt 2,8 Millionen Euro an Verlustausgleich zu.

Die neuen Beihilfepläne der Grünen verwundern indes: Noch 2013, auf dem Höhepunkt der Krise am Flughafen Rostock-Laage, hatten die Grünen vor Dauersubventionen für Rostock gewarnt. „Rostock-Laage ist ein Fass ohne Boden“, kritisierte Jaeger seinerzeit. Sein Fraktionskollege Johannes Saalfeld hatte dem Flughafen noch 2013 gar die volkswirtschaftliche Bedeutung abgesprochen, die weitere Millionenzahlungen rechtfertigen könnten. Die wachsende Zahl der in Laage ankommenden Kreuzfahrer stimmen Jaeger jetzt versöhnlicher: Ein überzeugendes Argument für einen größeren Finanzbeitrag des Landes, meinte er.  

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