In Planung : Hochzeitsnacht im Hellingkran

Die Plane fällt: Drei Monate wurde am Kran gewerkelt. Jetzt ziehen die Gerüstbauer wieder ab. Wie schon in den Vormonaten kam auch gestern Graffiti zum Vorschein. Wenn das Gerüst ab ist und der neue Zaun steht, wird das aufhören, hofft der Eigner.
Die Plane fällt: Drei Monate wurde am Kran gewerkelt. Jetzt ziehen die Gerüstbauer wieder ab. Wie schon in den Vormonaten kam auch gestern Graffiti zum Vorschein. Wenn das Gerüst ab ist und der neue Zaun steht, wird das aufhören, hofft der Eigner.

Maritimes Denkmal ist saniert. Nächster Schritt: Umbau zum Ort für Trauungen

svz.de von
19. November 2014, 10:00 Uhr

Der 63 Meter hohe Hellingkran lässt die Hüllen fallen: Plane und das 40 Meter hohe Gerüst kommen in den nächsten drei Wochen runter. Drei Monate lang war das Denkmal inmitten des ehemaligen Geländes der Neptun-Werft saniert worden. Jetzt steht ihm der nächste Schritt bevor: Er soll zu einem Außenposten des Rostocker Standesamtes werden. Ab 2018 sollen Paare in luftiger Höhe heiraten können. Zudem soll eine Hochzeitssuite eingerichtet werden, damit Brautpaare die erste gemeinsame Nacht im besonderen Ambiente verbringen können. „Das wäre einzigartig in Deutschland“, sagt Eigner Hilger Patzner, der mittels Spenden die 300 000 Euro teure Sanierung finanziert hatte.

Ende des Jahres werden die Anträge für den Umbau eingereicht. Das dafür notwendige Brandschutzgutachten ist schon in Arbeit. Doch zuvor, wahrscheinlich im Dezember, wechselt der Kran seinen Besitzer: „Ich überschreibe ihn für einen symbolischen Betrag dem Verein Tradition Ostseeschifffahrt“, so Patzner, der selbst Mitglied des Vereins ist. Den Vorsitz des 50 Personen umfassenden Vereins, der sich um maritimes Erbe kümmert und auch Eigner der Halle 207 ist, hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) inne. Über die Trauungen und Vermietungen werden Einnahmen erzielt, sagt Patzner. Sie fließen in den Erhalt des Krans, der Halle und anderer maritimer Projekte. Doch erstmal muss der Kran, der nun nicht mehr gelb, sondern blau mit gelber Kanzel erstrahlt, umgebaut werden. Spenden dafür sammelt der Verein.

Und es gibt starken Rückenwind für die Umbaupläne: „Das ist absolut im Interesse der Stadt“, sagt Kulturamtsleiterin Michaela Selling. Der Kran sei ein wichtiges Zeugnis maritimer Geschichte und eine Attraktion für die Stadt. Mehrere Ämter wie Bau-, Stadt- und Denkmalschutzamt haben sich schon zu einem Arbeitsgespräch mit dem Eigner, der Feuerwehr und Architekten auf dem Kran getroffen. „Technisch müsste es möglich sein“, sagt Selling. Patzner und der Verein wollen einen Fahrstuhl einbauen und so den Weg nach oben für die Brautleute und eine kleine Zahl von Gästen sichern.

In der ersten Sanierung wurde der Kran entrostet, Farbschichten und Korrosionsschutz aufgetragen, die Statik überprüft und kleine Reparaturen vorgenommen. Am aufwendigsten war der Ausbau der Maschinenteile der in 26 Metern Höhe gelegenen Kanzel, denn im klassischen Sinne wird der Kran nicht mehr benutzt. Was bleibt, sind 40 Quadratmeter auf zwei Ebenen – „mit einem tollen Blick über Rostock und bis nach Warnemünde“, sagt Michaela Selling.

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