Rostock : Hochschulsport braucht 3,5 Millionen

Beim Wasserfestival, organisiert von Hartmut Preuß (r.) setzt Louis Zitzmann Besucher zum Segeln über.
Beim Wasserfestival, organisiert von Hartmut Preuß (r.) setzt Louis Zitzmann Besucher zum Segeln über.

Wassersportanlage in desolatem Zustand. Philosophische Fakultät und Hochschulsport starten Kampagne

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18. Juni 2016, 05:00 Uhr

Moos auf den Stegen, eine provisorisch befestigte Uferkante und Gebäude aus Vorkriegszeiten – Die Wassersportanlage besticht eher durch „morbiden Charme“, wie Prof. Dr. Sven Bruhn, Dekan der Philosophischen Fakultät, es formuliert. Für mehrere Millionen Euro wollen Hochschulsport und Fakultät, an der auch die Sportwissenschaften angesiedelt sind, die Anlage an der Warnow 7 neu errichten lassen. Entwürfe dafür gibt es schon seit 2008. Der Eigner, das Land, hat bislang keine Initiative ergriffen. Die Nutzer sehen die Anlage und den universitären Wassersport gefährdet.

„Die Bemühungen bestehen schon länger, aber wir wollen nach vorn gehen“, sagt Bruhn. Mit dem Wasserfestival, das gestern erstmals stattfand, sollte auf die Problematik, die sich auch mit der Lehre verknüpft, aufmerksam gemacht werden. Ein Spendenaufruf ist gestartet worden.

„Die Wassersportanlage ist einer der zentralen Orte der Ausbildung der Sportstudenten“, macht er die Tragweite klar. Noch stärker als von den rund 300 Studenten wird die Anlage vom Hochschulsport frequentiert, vom Wasserfahrsport: Drachenboot, Kanu, Kanu-Polo, Rudern oder auch Stand Up Paddeln. Sie machen den größten Teil der Nutzer aus. „Der Wasserfahrsport pulsiert – manchmal gibt es Schwierigkeiten, die Boote zu Wasser lassen, weil die Leute Schlange stehen“, sagt Hartmut Preuß, Leiter des Hochschulsportes und Organisator des Wasserfestivals. Für dieses hatte er sich verschiedene Fakultäten eingeladen, die die maritime Ausrichtung der Universität, die es zu pflegen gilt, über Forschungsprojekte wie zum Gewässermonitoring unterstreichen.

Preuß wünscht sich eine zeitgemäße Anlage. „Wir gehen gegenwärtig von 3,5 Millionen Euro nur für das Bootshaus aus“, sagt er. Dafür soll statt zwei kleiner Gebäude, die auch der historisch gewachsene freie Verein Hochschulgemeinschaft nutzt, ein großes entstehen – mit Seminarräumen und Sanitäranlagen, von denen es derzeit wenige gibt.

Nach 1927, der Gründung des Instituts für Leibensübungen wurde das Ruderboothaus auf Initiative von Institutsrektor Prof. Klemens Carl Wildt hin gegründet. Bis in die 70er-Jahre folgten Uferbesfetigungen, Steganlagen, Werkstatt und Bootlagerhalle. Ziel waren auch damals die Sportlehrerausbildung zu gewährleisten und den Hochschulsport im Wasser voranzutreiben, der nun zu stagnieren droht. Über die Jahre wurden nur Instandhaltungen finanziert. Die Boote müssen zur Reparatur in die Garagen auf dem Ulmencampus gebracht werden.

Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke) hat gestern die besten Wünsche der Stadt für das ambitionierte Vorhaben überbracht. „Die wassersportlichen Aktivitäten der Universität sind wichtig, allein schon, weil sie eine gewissen Masse schaffen“, sagte der Senator.

Spenden an die Gesellschaft der Förderer der Universität Rostock e.V.

IBAN: DE33 130700000130780000, BIC: DEUTDEBRXXX

Verwendung: Wassersportanlage

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