Wohnungsbau in Rostock : Hochhaus soll Klinik-Ruine ersetzen

Die Pläne der WG Union sehen anstelle der ehemaligen Salvador-Allende-Klinik ein 22-geschossiges Hochhaus mit viel Grünfläche und Mieten unter 10 Euro pro Quadratmeter vor.
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Die Pläne der WG Union sehen anstelle der ehemaligen Salvador-Allende-Klinik ein 22-geschossiges Hochhaus mit viel Grünfläche und Mieten unter 10 Euro pro Quadratmeter vor. Grafik: WG Union

Auf dem Grundstück der Salvador-Allende-Klinik will die WG Union einen 22-Geschosser bauen. Erlaubnis der Verwaltung steht aus.

svz.de von
27. August 2016, 05:00 Uhr

An die Stelle der ehemaligen Salvador-Allende-Klinik im Herzen Lütten Kleins will die Rostocker Wohnungsgenossenschaft (WG) Union ein neues Hochhaus bauen – mit 22 Geschossen, 140 Wohnungen mit Balkonen, Aufzügen, Parkhaus und viel Grünfläche. Doch die Stadtverwaltung äußert sich nicht zu den Plänen. „Die Entwürfe haben wir bereits im Februar vorgelegt“, sagt WG-Union-Geschäftsführer Volker Fritz. Bis heute sei nichts passiert.

„Jetzt haben wir auf eigene Kosten einen B-Plan für das Mischgebiet aufstellen lassen und ihn in die Ämter gegeben“, sagt Geschäftsführer Gunnar Przybill – um das Verfahren zu beschleunigen, denn das Grundstück hat die WG Union schon 2011 erworben. Den Entwurf haben sie Stadtplanungs- und Bauamt sowie Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zur Genehmigung vorgelegt, aber auch den Ortsbeirat und Genossenschaftsmitglieder informiert.

„Rostock braucht dringend bezahlbaren Wohnraum und mit dem Bau könnten wir den liefern“, sagt Fritz. Die WG Union will 30 bis 40 Millionen Euro in das etwa 66 Meter hohe Gebäude investieren. Entstehen sollen Zwei- bis Vier-Raum-Wohnungen, deren Miete unter zehn Euro pro Quadratmeter liegt. Der Bedarf sei da: „Wir konnten bereits 2012 mehr als 500 Interessenten registrieren“, sagt Przybill. Doch solange die Zusage der Stadt aussteht, wird die verfallene Allende-Ruine stehen bleiben: „Wir reißen die Klinik nicht ab, bevor wir kein Go haben“, sagt Fritz. Dabei war die Errichtung eines weiteren Hochhauses an dem Standort im Nordwesten nicht immer der Favorit der Investoren.

Zwischendurch hatten sie eine Variante mit einer unterirdischen Tiefgarage, einem breiten Block parallel zum Einkaufszentrum und vier weiteren Wohnwürfeln gerechnet – natürlich mit weniger Geschossen. Aber die würde laut Gutachtern zu teuer – für die Mieter: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Variante nicht umsetzbar ist“, sagt Fritz. So läge durch die unterirdischen Baumaßnahmen der Mietpreis bei mehr als 12 oder 13 Euro pro Quadratmeter. An dem Standort unzumutbar, so die Geschäftsführer. Die Wohnfläche im Hochhaus sei in etwa die gleiche wie bei den vorherigen Plänen, sagt Fritz. „Aber durch den Hochbau werden nur 6000 von 30 000 Quadratmetern Grundstücksfläche bebaut, der Rest bleibt grün.“

In diesem Jahr rechnen die Union-Bosse nicht mehr mit einer Antwort. Sollte der Plan aufgehen, sei ein Baubeginn in 2017 denkbar. „Wenn der Entwurf von der Stadt so nicht genehmigt wird, dann bauen wir dort auch nicht. Das wäre zwar nicht in unserem Sinne, aber es würde sich für keine Seite lohnen“, sagt Przybill. Für diesen Fall würden Betreiber von Discounter-Märkten längst Spalier stehen, so der WG-Union-Chef.

Das Projekt in Zahlen

  • Auf 22 Etagen sollen 140 Wohnungen mit Balkonen und Aufzügen entstehen.
  • Im Erdgeschoss könnte eine Kita Platz finden, auf dem Dach ein Restaurant.
  • Durch den Hochbau werden  inklusive Parkhaus nur 6000 von 30 000 Quadratmetern Grundstücksfläche bebaut, der Rest bleibt grün.
  • In das Projekt will die WG Union etwa 30 bis 40 Millionen Euro investieren. Die Mieten sollen bei weniger als zehn Euro pro Quadratmeter liegen.
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