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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 06:33 Uhr

Gefahr für Adebar : Hitze setzt den Tieren zu

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Storchenbetreuer sorgt sich wegen der anhaltenden Trockenheit um die Tiere.

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2014 | 10:00 Uhr

Mit kehligen Lauten und wildem Flügelschlag stürzen sich die beiden Jungstörche auf ihr Futter. Viermal am Tag bringen ihnen die Pfleger vom Zoo ein Schälchen mit Fischen, Küken, Mäusen oder einem Hack-Insektenschrot-Gemisch, um die Tiere aufzupäppeln. Vier Pflegefälle sind es derzeit, die Storchenbetreuer Prof. Stefan Kroll erst in die Tierklinik und dann in den Zoo gebracht hat. „Die beiden Jungtiere – aus Liepen und Grammow – sind aufgrund von Nahrungsmangel aus dem Horst geworfen worden“, so Kroll. Von zwölf solcher Fälle aus den vergangenen Wochen weiß er bisher, zehn der kleinen Adebare hätten aber nicht überlebt.

Dramatisch war auch die Rettung eines Alttieres vom Horst in Mamerow. Nicht nur für den Storchenbetreuer schwer zu begreifen: Auf das Tier wurde mit Blei geschossen. „Der Kollege aus dem Altkreis Güstrow hat den Storch am Straßenrand gefunden“, so Kroll. Neben einer – zum Glück glatten – Flügelfraktur haben die Tierärzte auch noch ein Bleiprojektil gefunden, das im Muskel des Storches steckte. Auch dieses Tier wird aktuell im Zoo aufgepäppelt. „Er ist auf einem guten Weg, frisst selber und bekommt von uns noch Schmerzmittel“, sagt Pflegerin Melanie Beucke. Sobald sie sich dem Weißstorch nähert, versucht er zu fliehen. Das Aufrechterhalten dieser natürlichen Fluchtreflexe sei wichtig und gut, um die Tiere später wieder auswildern zu können.

Das soll auch mit einem Altstorch aus Schwaan passieren, der aufgrund einer Flügelprellung behandelt wird. Die größte Sorge für Storchenbetreuer Kroll war dabei aber nicht das verletzte Tier, sondern die Versorgung der beiden Jungtiere im Horst, die nun komplett an einem Altstorch hängen blieb. „Ein solcher Fall ist schwierig, vor allem die Entscheidung, ob man die Jungtiere im Horst lässt oder nicht“, sagt er.

In Schwaan läuft jedoch bisher alles gut, die beiden Nachkömmlinge würden einen guten Eindruck machen. Und das soll auch so bleiben: „Eine aufmerksame Anwohnerin, die sich rührend kümmert, hat von der Fischfabrik Futter besorgt. Jetzt werden wir das Futter auslegen und versuchen, dem Altstorch beizubringen, dass es ungefährlich ist, das von uns zu nehmen“, sagt Kroll.

Normalerweise sieht er das Zufüttern von Menschenhand aber nicht gern, selbst in nahrungsarmen Zeiten, wie sie aktuell vorherrschen. „Wenn zwei Tiere den Nachwuchs versorgen, schaffen sie es eigentlich noch immer von alleine“, sagt er. Und das sei auch wichtig, um die Tiere nicht zu sehr an den Menschen zu gewöhnen.

Dennoch ist der Experte besorgt, wenn er die Wetter-Vorhersage für Pfingsten sieht. Denn das trockene, heiße Wetter sei für die Tiere eine Herausforderung. „Wer den Störchen etwas Gutes tun möchte, kann deshalb flache Schalen mit Wasser in der Nähe der Nester aufstellen“, zählt Kroll auf die Hilfe der vielen Storchenfreunde im gesamten Landkreis.

 

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