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Rostock-Heiligendamm : Hirsch steigt aus den Fluten der Ostsee - und stirbt

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Unglaublich, aber wahr: Rettungsschwimmer sichten einen 200 Kilogramm schweren Hirsch, der im Wasser schwimmt.

Was er am Dienstag durch sein Fernglas plötzlich sieht, wird Rettungsschwimmer Michael Reil von der Wasserwacht Bad Doberan so schnell nicht vergessen. Ein riesiges Geweih entdeckt er am frühen Nachmittag bei seiner routinemäßigen Begutachtung der Ostsee. "Eigentlich erwarte ich Köpfe von Menschen. Ich dachte, ich spinne", sagt Reil. Aber er spinnt nicht. Denn tatsächlich: Dort schwimmt ein großer Hirsch inmitten der Ostsee, zwischen den Badegästen. Mehrere Helfer der Wasserwacht eilen sofort ins Wasser, versuchen über Rettungsboote zu dem schwimmenden Tier zu gelangen. Zur Hilfe eilt auch ein Boot der Wasserschutzpolizei.



Mit Leinen versuchen die Beamten das aufgeregte Tier einzufangen. Doch je näher sich einer der Helfer nähert, desto aufgeregter wird der Hirsch. Es sind unglaubliche Bilder. Gert Frahm, Pressesprecher der Polizeiinspektion Güstrow, bestätigt den unglaublichen Einsatz am Strand von Heiligendamm. Zwei Polizisten sind ebenfalls an den Strand gerufen worden. Erst nach langer Zeit gelingt es den Rettern, den Hirsch, zu diesem Zeitpunkt völlig entkräftet, an Land zu ziehen. Die Polizei sperrt einen Teil des Strandes ab, Schaulustige begleiten den Einsatz, werden allerdings von den Beamten weggeschickt. Eine hinzugerufene Tierärztin schaut sich den Hirsch an, untersucht ihn. Wie die Einsatzkräfte sagen, handelt es sich dabei um einen Zwölfender, etwa drei bis vier Jahre alt, und knapp 200 Kilogramm schwer.

Völlig erschöpft wird der Hirsch an den Strand gezogen, doch wenige Minuten später stirbt das gewaltige Tier. Die Retter decken es ab, um es vor den Blicken der Schaulustigen zu schützen. Wenig später fährt ein Radlader vom benachbarten Bauhof vor, der Zwölfender wird abtransportiert. Nach rund drei Stunden geht der Einsatz am Strand von Heiligendamm gegen 16.30 Uhr zu Ende.

Ein schwimmender Hirsch – für Ulf Peter Schwarz, Sprecher des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommerns nichts ungewöhnliches. Hirsche seien gute Schwimmer und würden immer mal wieder ins Wasser gehen, um beispielsweise eine gegenüberliegende Insel zu erreichen. Bei einem Zwölfender handle es sich um einen mittelaltes Tier.  

 

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erstellt am 26.Jul.2016 | 17:20 Uhr

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