zur Navigation springen

Brandschutz : Hilfsfristen: In Rostocks Nordosten brennt die Luft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Feuerwehr hat große Probleme mit der Einhaltung des mit der Stadt vereinbarten Zeitkorridors

von
erstellt am 27.Apr.2014 | 10:00 Uhr

Die Rostocker in Dierkow und Toitenwinkel leben brandgefährlich: Bei ihnen trifft die Feuerwehr im Ernstfall erst sehr spät ein. Im vergangenen Jahr verfehlte sie deutlich das selbst gesteckte Ziel, bei einem Gebäudebrand innerhalb von acht Minuten mit einem ersten Team vor Ort zu sein. Das gelang gerade einmal in 6,3 Prozent der Fälle.

„Ohne die geplante Feuerwache 10 haben wir nicht die geringste Chance“, sagt Johann Edelmann, Chef des Brandschutz- und Rettungsamtes. Sie soll möglichst bis Ende 2016 am Dierkower Damm gebaut werden. Dafür werden derzeit die Voraussetzungen geschaffen, das Verfahren zur Bebauungsplan-Änderung läuft. Neben der fehlenden Wache im Nordosten hatten die Feuerwehrleute mit weiteren Problemen bei der Anfahrt zu kämpfen. Insbesondere durch die vielen Baustellen wurden sie gelähmt. „Sowohl die Vorpommern- als auch die Mühlendammbrücke waren dicht – das dürfte in diesem Jahr deutlich besser werden“, sagt Edelmann. Darüber hinaus behindern nach wie vor häufig Falschparker die großen Einsatzfahrzeuge.

Insgesamt musste die Rostocker Berufsfeuerwehr im vergangenen Jahr 346-mal zu Brandeinsätzen ausrücken, darunter zu 66 Gebäudebränden. Schwerpunkt waren dabei die in der Risikogruppe A zusammengefassten Ortsteile zwischen der Südstadt und Lichtenhagen. In dem Gebiet mit mehr als 148 000 Rostockern brannten 50-mal Gebäude.

In drei Vierteln dieser Fälle gelang es der Feuerwehr, innerhalb des in den Schutzzielen der Stadt festgehaltenen Acht-Minuten-Korridors vor Ort zu sein. Ursache für die Verzögerungen in den übrigen Fällen seien neben Baustellen und technischen Defekten parallele Einsätze gewesen, so Edelmann. Zum Teil seien die Fahrzeuge der nächstgelegenen Wache bereits an anderer Stelle eingebunden gewesen. Dennoch sei es im Bereich der Risikogruppe A im Durchschnitt gelungen, in 7,6 Minuten anzurücken. Laut Landesvorgabe haben die Retter bis zum Erstkontakt zehn Minuten Zeit.

Herausragend, so der Amtsleiter, sei die Einhaltung der Sollstärken in den Wachen. 93 Prozent des Jahres wurden diese auf den Mann genau eingehalten, maximal fehlten vier der vorgesehenen 37 Einsatzkräfte. „Ich wüsste in Deutschland keine andere Berufsfeuerwehr, die diese Zahlen vorweisen kann“, sagt Edelmann. Technische Hilfseinsätze fielen im vergangenen Jahr knapp 1900 an. Sie setzen sich zum Großteil aus Tiereinsätzen und Tragehilfen schwergewichtiger Patienten für den Rettungsdienst zusammen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen