Rostock : Hightech-Firma baut neuen Hauptsitz

So soll der futuristische Neubau auf der Silohalbinsel später aussehen. Grafik: Architekturbüro Gewers Pudewill
So soll der futuristische Neubau auf der Silohalbinsel später aussehen. Grafik: Architekturbüro Gewers Pudewill

Centogene-Diagnostikzentrum für seltene Erbkrankheiten investiert 33 Millionen Euro in den Umzug auf die Silohalbinsel

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07. September 2015, 12:00 Uhr

Rostock bekommt ein zukunftsweisendes Aushängeschild: Centogene setzt am 30. September den Spatenstich für einen neuen Firmensitz auf der Silohalbinsel. 2017 soll das Gebäude fertig sein. Inklusive technischer Ausstattung veranschlagt das Unternehmen, das derzeit im Biomedizinischen Forschungszentrum in der Schillingallee angesiedelt ist, 33 Millionen Euro für das Projekt.

Centogene ist auf die Analyse von Genproben spezialisiert, mit deren Hilfe Art und Ursachen seltener Erbkrankheiten identifiziert werden können. „Wir geben eine Antwort auf eine medizinische Frage“, sagt Sprecherin Doreen Niemann. Sie betont: „Sequenzieren kann jeder, der das Gerät dafür hat – worin der Wert besteht, ist die Interpretation des Ergebnisses.“ Und die liefert Centogene gleich mit. Kunden sind nicht die Patienten selbst, sondern deren Ärzte. So soll die fachgerechte Betreuung nach der Diagnose sichergestellt werden, die für die Betroffenen sehr hart sein kann.

Die Einsendungen kommen aus der ganzen Welt. „Wir sind in mehr als 90 Ländern aktiv“, sagt Niemann. Schwerpunkte lägen beispielsweise in Lateinamerika und „im Osten schauen wir nach China als dem Markt schlechthin“. Die internationale Ausrichtung unterscheide Centogene von den großen Konkurrenten aus den USA, die sich fast ausschließlich auf die heimische Bevölkerung konzentrieren würden. Centogene hingegen hat auch Niederlassungen in Dubai, Neu Delhi, Toronto, Wien und Berlin. Außerdem bietet das Unternehmen mit 2800 Einzelgenen im Portfolio eine extrem große Vielfalt an möglichen Untersuchungen.

Am neuen Standort soll die Analyse der Proben nicht mehr wie bisher zum Großteil in Handarbeit, sondern automatisiert erfolgen. „Wir wollen weg von der technischen Bearbeitung, hin zur Interpretation“, sagt Niemann. Darauf seien die insgesamt 1340 Quadratmeter großen Labore und die Büros und Nebenräume mit ihren 4100 Quadratmetern Nutzfläche ausgerichtet: „Das Gebäude ist in die Zukunft geplant.“ Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 200 Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen in der Hansestadt. Weiteres Wachstum ist erklärtes Ziel.

Dabei war lange nicht klar, dass Centogene in Rostock bleibt. Berlin mit seiner zentralen Lage war ebenfalls als neuer Hauptsitz im Gespräch. „Aber die Firma wurde hier gegründet und ist hier groß geworden – der Neubau ist ein klares Bekenntnis zur Stadt und zum Land“, sagt Niemann. Anerkennung dafür gibt es vom Bauausschussvorsitzenden der Bürgerschaft, Frank Giesen (CDU). Er sagt: „Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, Centogene in Rostock zu halten.“ Dazu seien im Vorfeld sehr umfangreiche Diskussionen gelaufen. Das 2007 von Arndt Rolfs, Professor an der Unimedizin Rostock, gegründete Unternehmen habe eine rasante Entwicklung hingelegt. „Das ist Wahnsinn, was da läuft“, sagt Giesen.

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