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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Oktober 2017 | 06:11 Uhr

Forschung : „Hier ist die Welt noch in Ordnung“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Es kreucht und fleucht: Beim Tag der Artenvielfalt zählten Experten Flora- und Fauna-Bestände im Botanischen Garten.

Es zirpt, quakt, zwitschert und plätschert im Botanischen Garten. Was die Besucher dort gern genießen, wurde zum Tag der Artenvielfalt am Sonnabend auch erfasst.

Experten aus Botanik und Zoologie zählten die großen Flora- und Fauna-Bestände der knapp acht Hektar großen Anlage. Rostocks grüne Oase bietet etwa 250 bis 300 Pflanzenarten und mehreren Tausend Tierarten wie Amphibien, Vögeln oder Fischen den perfekten Lebensraum. „Die Arten in den naturnahen Biotopen sind hier relativ gut geschützt, sie leben wie auf einer Insel, hier ist die Welt noch in Ordnung“, erklärt der Nabu-Fachgruppenleiter und beratende Experte des Botanischen Gartens, Björn Russow. Er nimmt an, dass er und sein regionales Expertenteam etwa 500 bis 600 Arten erfassen werden.

Neben der Bestandsaufnahme gab es außerdem Veranstaltungsangebote für die Besucher. Björn Russow führte zum Beispiel interessierte Hobbybiologen durch den Botanischen Garten. Die Distel- oder Orchideenwiese am hinteren Ende des Gartens zum Beispiel gedeiht dort seit den 50er-Jahren und ist in freier Natur kaum noch zu finden, da sie als einstige Wiese zur Heugewinnung jetzt keinen ökonomischen Wert mehr hat. Auf ihr gedeihen neben einer Orchideenart pro Quadratmeter noch mindestens 30 weitere Pflanzenarten. Heutige Weidewiesen haben nur noch zwei Arten, erklärt Russow.

Die im letzten Herbst errichtete Düne aus Warnemünder Sandstrand wurde im Mai mit typischen aber selten gewordenen Dünen- und Küstenpflanzen wie Küchenschelle, Strandhafer oder Meerkohl angepflanzt. Bis sich das Küstenbiotop vollständig entwickelt hat, dauert es aber noch fünf bis zehn Jahre, so Russow.

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