Kinder- und Jugendkunstakademie : Heute Mediation zum Schullärm

Laut Lärmschutzgutachten, das Arno Wiegand (l.) zeigt, haben nur zwei Nachbarn Anspruch auf Schutz. Der kritisierte Sportplatz ist Teil der Baugenehmigung, zeigt Sergio Achilles.
Laut Lärmschutzgutachten, das Arno Wiegand (l.) zeigt, haben nur zwei Nachbarn Anspruch auf Schutz. Der kritisierte Sportplatz ist Teil der Baugenehmigung, zeigt Sergio Achilles.

Anwohner und Betreiber der Akademie treffen sich zur Schlichtung / Institut will Bedenken entkräften

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04. November 2015, 15:00 Uhr

Im Lärm-Streit um die geplante Erweiterung der Kinder- und Jugendkunstakademie im Vicke-Schorler-Ring findet heute ein Mediationstreffen beider Parteien statt. Sergio Achilles, Geschäftsführer des Instituts Lernen und Leben (ILL), und sein Architekt Arno Wiegand wollen die Schlichtung nutzen und die Vorwürfe der Anwohner entschärfen. Denn diese basierten zum Großteil auf Fehlinformationen, so Achilles.

Er stellt klar: „Wir haben aktuell 360 Schüler, im Jahr 2020 werden es 528 sein – nicht einer mehr.“ Die auf der Internetseite veröffentlichte Maximalkapazität von 572 beziehe auch den Grundschulstandort Am Wasserturm ein. Sie sei mittlerweile korrigiert. Das Gymnasium in Brinckmansdorf war im Schuljahr 2014/2015 ausschließlich mit siebten Klassen gestartet. Bis 2020 werden alle Stufen vertreten sein – und zwar mit jeweils zwei Klassen mit je 22 Kindern.

Der Sportplatz, der nach Aussage einer Vertreterin des Bauamts im Bauausschuss vergangener Woche illegal angelegt worden war, war schon Teil der ersten Baugenehmigung und ist laut B-Plan zulässig. Auf die Beschwerden der Anwohner über die lauten Fußballstahltore und Ketten an den Basketballkörben hat das ILL reagiert: Sie wurden abmontiert und werden durch leisere Netze ersetzt. „Hätten wir gewusst, dass das so ein großes Problem ist, hätten wir das längst gemacht“, sagt Achilles. Freiwillig, denn laut geltender Rechtsprechung, ist Kinderlärm an Schulen zu tolerieren.

Ursache für das Fehlen einer Lärmschutzwand ist laut Wiegand eine Absprache mit dem Bauamt. Demnach soll ihr Bau bis nach der Erweiterung verschoben werden. Den Antrag für den rund drei Millionen Euro teuren Neubau hat das ILL bereits vor drei Jahren eingereicht. „Dass das Genehmigungsverfahren so lange dauert, da hat keiner von uns mit gerechnet“, sagt der Architekt. In der Zwischenzeit habe es mindestens drei Informationsveranstaltungen für die Anwohner gegeben, plus mindestens drei Ortsbeiratssitzungen zu dem Thema. In den zweistöckigen Neubau – der auf keinen Fall später aufgestockt wird – sollen die Grundschüler einziehen. Das Bestandsgebäude wird später ausschließlich als Gymnasium genutzt.

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