Rostock : Herzstück weiter im Aufwind

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Häfen der Hansestadt melden Rekordumschlag und investieren kräftig, um zukunftsfähig zu bleiben

svz.de von
12. Januar 2018, 21:00 Uhr

Grund zur Freude herrscht an den Rostocker Kaikanten: Die Häfen der Hansestadt boomen weiter. Allein der Seehafen hat im vergangenen Jahr mit einem Güter-Umschlag von 26,9 Millionen Tonnen einen Spitzenwert erreicht, der nur knapp hinter dem bisher besten mit 27,2 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2008 liegt, bevor die weltweite Wirtschaftskrise einsetzte. „Mit diesem hervorragenden Ergebnis haben die Häfen und Unternehmen links und rechts der Warnow ihre hohe Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sagte gestern Jens Aurel Scharner, Geschäftsführer der Rostock Port GmbH.

Rekordwerte gab es vor allem im Fährverkehr zu verzeichnen. 5874-mal legten 2017 Fähr- und Ro-/Ro-Schiffe im Überseehafen an. Die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland erhöhte sich um 200 000 auf einen neuen Bestwert von 2,5 Millionen Reisenden.

Verluste hingegen beim Schüttgutumschlag. Durch die gute Konjunktur im Land hätte es weniger Zement-Verschiffungen nach Skandinavien gegeben – der Baustoff wurde in Deutschland gebraucht. Um ein Drittel sei auch die Zahl der transportierten Windkraftanlagen gesunken. Weil die Branche schwächelt, sei in diesem Bereich auch keine schnelle Besserung in Sicht. „Außerdem wussten wir schon zum Anfang des vergangenen Jahres, dass wir aufgrund der schlechten Ernte Rückgänge beim Weizenexport haben werden“, so der zweite Rostock Port-Geschäftsführer, Gernot Tesch. Am Ende war ein Minus von 600 000 Tonnen zu verzeichnen. Dennoch blieb der Getreideumschlag mit etwa 2,8 Millionen Tonnen die Hauptschüttgutart im Überseehafen.

Sehr positiv war auch die Entwicklung beim Raps mit einem Umschlags-Plus von 60 Prozent. Damit das so bleibt, entsteht bis Ende dieses Jahres eine neue Getreide- und Verladeanlage mit 160 000 Tonnen Silokapazität. Besonders bemerkenswert sei die zusätzliche Verladekapazität von 1200 Tonnen Getreide pro Stunde, betont Scharner. Zu den Bilanz-Gewinnern 2017 gehört auch der rollende Güterverkehr: „Hohe Wachstumsraten im begleiteten Lkw sowie im Pkw-Verkehr stellten die Höhepunkte der Umschlagentwicklung im Überseehafen dar“, so Tesch, der unter anderem auf ein Plus von zwölf Prozent bei den Pkw im Vergleich zu 2016 verwies.

Weil auch die Kreuzfahrtbranche weiter boomt, zählt der Bau eines neuen Cruise Centers in Warnemünde zu den Aufgaben, die bis zum 60. Geburtstag des Hafens im Jahr 2020 realisiert werden sollen. Alle Investitionen in die Modernisierung veralteter Kaianlagen zielen darauf ab, den Hafen auf die Abfertigung großer Schiffe vorzubereiten, die nach der Vertiefung des Seekanals auf 16,50 Meter Rostock anlaufen könnten. Wie Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) erklärte, hoffe er, dass in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren beginnt und maximal 18 Monate danach die Baugenehmigung für diese Maßnahme des Bundesverkehrswegeplans vorliegt.

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