Medizin : Herzklappen erfolgreich eingesetzt

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Die Kardiologie der Universität Rostock erweitert ihre Operationsmöglichkeiten

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01. Juli 2014, 06:00 Uhr

Sie können optimal platziert werden, haben einen Dichtring und müssen nicht mehr selbst montiert werden: die Katheter-Herzklappen der neuen Generation. Die ersten Operationen an zwei Patienten sind bereits erfolgreich verlaufen. Gestern hat die Universitätsmedizin Rostock das erweiterte Versorgungs-Spektrum durch die so genannten Lotusklappen vorgestellt.

„Wir wollen nicht nur das Herz, sondern den gesamten Menschen operieren“, sagt Alexander Kaminski, Oberarzt in der Herzchirurgie. Hochbetagte kranke Patienten könnten den Belastungen einer klassischen Operation nicht mehr standhalten. Auch sei das Risiko einer Vollnarkose für sie zu hoch. „Ursprünglich waren diese Patienten nicht operabel“, sagt Christoph Nienaber, Kardiologie-Direktor im Zentrum.

Durch die Einführung der neuen Katheter-Herzklappen sei die Sterblichkeit gesunken, so Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie. Die Operation sei sicherer geworden, das beste Verfahren werde ausgewählt. Während der Eingriffe wird mit einer Ultraschall-Sonde auf potenzielle Risse kontrolliert. Welches Verfahren für welchen Patienten passend ist, entscheidet ein Team aus Herzchirurgen, Kardiologen und Narkoseärzten.

„Mit der neuen Methode kommen die meist über 80-jährigen Patienten schneller wieder auf die Beine“, sagt Tim Rehders, Oberarzt in der Kardiologie. Die Luftnot könne so ohne große Wunde gut beseitigt werden. Neben Bad Schwartau ist Rostock das einzige Zentrum in Norddeutschland, das so arbeitet.

„Ich denke, dass die neue Generation die alte ablöst – nicht von heute auf morgen, aber in einem Prozess“, sagt Nienaber. Derzeit werden 51 Prozent der Patienten klassisch und 49 Prozent kathetergestützt operiert. In Rostock werden für die interventionelle, kathetergestützte Aortenklappenimplantation (Tavi) Aortenklappen aus Rinderherzbeuteln verwendet. 2014 wurden 100 Patienten mit hochgradiger Aortenklappenverengung mit dieser Methode behandelt.

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