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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 12:27 Uhr

Prostituierten-Überfall : Helfershelfer vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Murat O. soll Messerstecher bei lebensgefährlicher Attacke auf Prostituierte unterstützt haben.

In der Nacht des 9. Oktober 2013 soll Murat O. dem Kölner Drogendealer Maruf Halil M. bei dessen Rache an der Prostituierten Tatjana W. geholfen haben. Der hatte die 40-Jährige in deren Modell-Wohnung in der Fritz-Reuter-Straße 13 brutal mit 18 Messerstichen in Hals, Bauch und Oberschenkel attackiert. Maruf Halil M. selbst wurde bereits Mitte Juli vom Rostocker Landgericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Nun muss sich auch sein 45 Jahre alter Helfershelfer verantworten. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Kölner Kfz-Schlosser der Mittäterschaft an dem Überfall. Bereits am 3. Oktober 2013 habe Maruf Halil M. ihn gebeten, mit ihm nach Rostock zu fahren. Er habe ihn außerdem veranlasst, sich bei Tatjana W. telefonisch als Freier anzukündigen. Dazu kauften beide Handschellen, die der Angeklagte dem späteren Opfer anlegen sollte.

Noch vor Eintreffen in Rostock habe sich Murat O. telefonisch bei der 40-Jährigen gemeldet. Er wollte wissen, ob sie allein ist. Völlig arglos ließ sie ihn in die Wohnung. Als sich Tatjana W. schon im Schlafzimmer befand, täuschte der Angeklagte einen Anruf seiner angeblichen Ehefrau vor und ging ins Wohnzimmer. Laut Anklage öffnete er heimlich Maruf Halil M. die Eingangstür.

Als sich dieser sofort auf sein Opfer stürzte und es mit dem Messer lebensgefährlich verletzte, habe der Angeklagte gerufen: „Oh Gott, das tut mir alles so leid.“ Dann habe er seine Kleidung ergriffen und sei in panischer Flucht aus dem Haus zu dem in einer Nebenstraße parkenden Auto gerannt. Maruf Halil M. folgte ihm. Mit überhöhter Geschwindigkeit hätten sie Rostock verlassen.

Tatjana W. konnte sich auf die Straße schleppen, wo Passanten ihr zu Hilfe kamen. Durch eine sofortige Notoperation blieb sie am Leben. Der Richter untermauerte gestern, dass es keine Verständigung zwischen den Beteiligten gebe. Murat O. muss mit einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchtem Mord mit dem Mordmerkmal der Verdeckungsabsicht einer Straftat, versuchtem Totschlag, unterlassener Hilfeleistung aber auch Beihilfe zum versuchten Mord rechnen.

Verteidiger Thomas Gros versuchte gestern mit allerlei Kapriolen den Prozessverlauf aufzuhalten. So lehnte er die Gerichtsbesetzung ab, weil die Hauptschöffin wegen Urlaubs durch einen Hilfsschöffen ersetzt worden war. Am 8. September wird der Prozess fortgesetzt.





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