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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

Heizungen bleiben aus

vom

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2012 | 08:01 Uhr

Rostock | Die Energiekosten sind so hoch wie nie. Daher bleiben aus Angst vor hohen Betriebskostennachzahlungen viele Heizungen in Rostock noch aus. Auch bei Anna Hermann. Sie kuschelt sich stattdessen in warme Wolldecken, trinkt heißen Tee und lässt Kerzen brennen. "Als Promotionsstudentin mit einem Halbtagsjob muss ich mein Geld zusammenhalten", so die 23-Jährige. Auch ihr Freund, mit dem sie im Hansaviertel eine Wohnung teilt, studiert noch und muss sehr auf das Geld achten.

Doch irgendwann, da ist sich die Germanistin sicher, helfen auch Decken und Tee nicht mehr gegen die Kälte. "Ich bin eine Frostbeule und werde schnell krank", so die junge Frau. Darum wird sie wohl bald die Heizung anstellen. Große Nachzahlungen an Betriebskosten mussten Hermann und ihr Freund bislang noch nicht tätigen. "Maximal 40 Euro standen auf der Rechnung", sagt die 23-Jährige. Doch das könnte sich mit der nächsten Abrechnung ändern, denn die Heizölpreise steigen kontinuierlich. Im Bundesdurchschnitt sind aktuell 96 Euro für 100 Liter fällig. Anfang 2009 kosteten 100 Liter Heizöl noch um die 50 Euro. Auch wer eine Gas-Heizung hat, muss tiefer in die Tasche greifen. Denn viele Anbieter koppeln weiterhin den Gas- an den Ölpreis, womit dieser im gleichen Maße steigt.

Noch mehr Sorgen als die Heizkosten bereiten der 23-Jährigen allerdings die Strompreise. Wegen der erhöhten Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien werden die Kosten Experten zufolge 2013 um sieben Prozent steigen. Am Montag wollen die vier Betreiber des Übertragungsnetzes den genauen Umlage-Wert bekannt geben. Aktuell liegt dieser bei 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Zu erwarten ist eine Steigerung auf etwa fünf Cent.

Für Hermann sind das üble Aussichten: "Der Laptop ist wegen meines Studiums eigentlich immer an." Darauf kann sie auch nicht verzichten. Um trotzdem ein wenig Strom zu sparen, nutzt sie den Standby-Modus nie und hat zudem Kippschalter an den Steckdosen. Doch angesichts der explodierenden Strompreise wird die Studentin auch das nicht vor höheren Rechnungen bewahren.

Die besten Tipps: Heizkosten sparen:

  • Heizkörper frei halten: So verteilt sich die Wärme gleichmäßig und schnell.
  • Heizkörper entlüften: Mit einer richtig eingestellten Heizanlage können Sie bis zu zehn Prozent Energie sparen.
  • Rohre dämmen: Ohne entweicht in Kellerräumen viel Wärmeenergie.
  • Fenster abdichten: Mit Hilfe eines Teelichts können Sie testen, wo Zugluft eindringt, und die Stellen abdichten.
  • Lüften mit geöffneten Fenstern: Gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch und kühlen die Wände aus.
  • Türen schließen: So bleibt die warme Luft im geheizten Raum.


Stromkosten sparen:
  • Kühlschrank enteisen: Fünf Millimeter Eis erhöhen den Stromverbrauch Ihres Kühlschranks um 30 Prozent.
  • Waschen bei 30 Grad: Bei 160 Waschgängen pro Jahr mit 30 statt 60 Grad können Sie etwa 720 Kilowattstunden und 140 Euro sparen.
  • Auf Standby verzichten: In einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt lassen sich im Jahr 440 Kilowattstunden und 97 Euro sparen.
  • Direkte Warmwasserversorgung bei Spül- und Waschmaschine: Durchlauferhitzer schlucken viel Energie.

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