Volkstheater : Heiteres vom Wolfgangsee

Was sich neckt, das liebt sich. Doch bis Josepha (Monika Rebholz) und Leopold (Daniel Ohlmann) zu einander finden, wird es noch turbulent.
Was sich neckt, das liebt sich. Doch bis Josepha (Monika Rebholz) und Leopold (Daniel Ohlmann) zu einander finden, wird es noch turbulent.

Operettenrevue „Im weißen Rößl“ feiert heute Premiere am Rostocker Volkstheater

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04. Juli 2015, 09:00 Uhr

Fesche Dirndl, kesse Madl und der Kaiser höchst persönlich – die Operettenrevue „Im weißen Rößl“ hat alles, was eine echte Heimat-Komödie braucht. Im idyllischen St. Wolfgang ist das Wer-mit-Wem scheinbar das einzige, was die illustre Gesellschaft aus Stammgästen, Hotelpersonal und Überraschungsbesuchen interessiert.

Ein leichtes Singspiel mit viel reichlich Kitsch also? Von wegen, sagt Regisseur Lars Franke, der das Stück für das Rostocker Volkstheater inszeniert. „Klar ist es eine Komödie und soll es auch bleiben“, sagt Franke. Bei der Annäherung an das Stück hat er sich aber auch mit der Entstehungszeit beschäftigt. „Im weißen Rößl“ wurde 1930 im Großen Schauspielhaus Berlin uraufgeführt. „Tatsächlich habe ich einige Parallelen zur heutigen Zeit gefunden. Das hat mich sehr berührt“, sagt Franke und verweist auf die Finanzkrise in Griechenland, aber auch gesellschaftliche Strömungen wie Pegida. Mit diesem Wissen im Hinterkopf bekämen Lieder wie „Lasst uns Abschied nehmen“ oder „Zuschau’n kann i net“ eine andere Bedeutung. Auch weil einige der Rößl-Autoren Deutschland später verlassen mussten, das Werk unter dem NS-Regime als entartet galt.

Die Rostocker Inszenierung allerdings ist heiter. Und dafür sorgt vor allem auch Monika Rebholz, die die Rößl-Wirtin Josepha spielt. Sie bringt nicht nur eine große Portion Charme mit, sondern auch den passenden Dialekt. Die Sängerin stammt aus Murnau am Staffelsee, einer Stadt in Oberbayern. „Es ist schön, in meinem Heimatdialekt spielen zu können“, sagt sie. Die Atmosphäre des österreichischen St. Wolfgang sei in der Rostocker Inszenierung schon ganz gut eingefangen: „Alles natürlich mit einem lächelnden Auge.“ Für Rebholz ist es das Debüt als Josepha. „Als dreifache Witwe schmeißt sie den Laden. Eine kleine Auszeit ist für sie immer der Besuch des Rechtsanwaltes Dr. Siedler, eine liebevolle Schwärmerei“, beschreibt Rebholz ihre Rolle. Die Rößl-Wirtin verkennt darüber die Gefühle, die ihr Zahlkellner Leopold für sie hegt und dass sie eigentlich das bessere Paar abgeben würden.

Am Sonnabend feiert die Operettenrevue im großen Saal Premiere. Der Vorhang hebt sich um 19.30 Uhr. Insgesamt fünf Mal wird das Stück noch bis Ende des Monats aufgeführt. Eine Wiederaufnahme in der kommenden Spielzeit ist für Januar geplant.

Premiere: heute um 19.30 Uhr; weitere Termine: morgen 15 Uhr, 9. Juli um 19.30 Uhr, 15. Juli um 15 Uhr, 17. Juli um 19.30 Uhr, 19 Juli um 18 Uhr

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