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Pflegedienst-Skandal : Heimbetreiberin setzt sich zur Wehr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Pflegedienst weist heftige Kritik und Anordnung des Landkreises zurück. Räumungsfrist läuft gestaffelt bis Anfang Juni.

Nach der Anordnung des Landkreises, drei so genannte Pflegehäuser in Güstrow und Krakow am See zu räumen, hat die Betreiberin die schweren Vorwürfe gestern über ihren Anwalt Peter-Michael Diestel zurückgewiesen. „Sie sind substanzlos, und wir haben rechtliche Schritte gegen die Anordnung eingeleitet“, erklärte Diestel. Seine Mandantin stelle Häuser zur Verfügung, in denen Senioren oder Angehörige für ältere Familienmitglieder Wohnungen mieten könnten. Die Pflege übernähmen dann unterschiedliche Pflegedienste, darunter auch ein Unternehmen, das die Hauseigentümerin selbst betreibt.

In den drei Häusern leben derzeit nach Angaben des Landkreises etwa 30 Bewohner. Sie sollen vom Pflegedienst Elisa unterhalten werden. Man prüfe schon seit 2013 Vorwürfe gegen die Betreiberin, sagte ein Kreissprecher. Kontrolleure seien aber immer wieder abgewiesen worden. Erst am 14. April sei es gelungen, die Zustände in den Heimen zu überprüfen. Die Behörde habe dabei unter anderem Mängel im Brandschutz festgestellt. Zudem fehle qualifiziertes Fachpersonal für Pflege und vorhandene Räume seien zur Pflege schwerst pflegebedürftiger Menschen nicht geeignet.

Als „würdelos“ bezeichnete der Sprecher die Unterbringung von Älteren in einem von zwei Pflegehäusern in Krakow am See. Dort seien zwei Bewohner nach Kontrollen in ein Krankenhaus gebracht worden. Diestel nennt die Vorwürfe haltlos. Es gebe manchmal Probleme mit dementen Patienten – aber das gebe es in anderen Häusern auch und dafür seien die Angehörigen zuständig. Nur diese bestimmten in solchen Häusern den Pflegeaufwand. Der Kreis habe mit der Betreiberin der Häuser gar nicht gesprochen. „Ich nenne das Wettbewerbsverzerrung“, sagte der Anwalt.

Das private Modell Güstrow/Krakow sei neu in der Pflegelandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Auch Angehörige von älteren Bewohnern hätten sich in einer Petition gegen die Vorwürfe des Landkreises gewandt. Der Landkreis verlangt ein Zwangsgeld von rund 19 000 Euro, sollte der Räumungsanordnung nicht Folge geleistet werden. Als Fristen wurden drei Termine bis Anfang Juni genannt. Neue Patienten dürften nicht mehr aufgenommen werden. Gegen die Betreiberin der Unterkünfte ermitteln unabhängig davon auch Polizei und Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Betrugs und der Körperverletzung.

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