zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 22:52 Uhr

Bildung MV : Heimatpflege soll moderner werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Minister will Niederdeutsche Sprache und Kultur zur Pflicht in MVs Bildungsstätten machen. Land investiert sechs Millionen Euro bis 2020.

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Die Heimat ehren und ihre Kultur wahren – das wollen Vereine, Museen und andere Einrichtungen in MV. Nur wie das gehen soll, darüber sind sich nicht alle immer einig. Die Entwürfe zum Landesprogramm „Meine Heimat – mein modernes Mecklenburg-Vorpommern“ hat Bildungs- und Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) am Sonnabend in der Rostocker Universität vorgestellt. Es sieht vor, die Niederdeutsche Sprache und Kultur in sozialen Bildungseinrichtungen zur Pflicht zu machen – von klein auf an.

Um Heimatkultur zu bewahren und zu pflegen, müsse man diese an die Jugend heranbringen: „Heimatpflege funktioniert nur richtig, wenn sie modern gestaltet wird“, sagt der Minister. Kinderbücher up Platt in Kitas, mehr Heimatkunde in Grundschulen, Niederdeutsch als Fremdsprache an Gymnasien, aber auch die Wiederbelebung von Trachten sowie die Schaffung eines Kulturportals – schon im Mai soll das aus fünf Säulen bestehende Programm in Kraft treten und auf unbestimmte Zeit gelten, sagt Brodkorb. Die ersten Projekte könnten bereits im Juni anlaufen, bis zum realen Unterricht in Schulen würden durch die notwendigen Fortbildungen für Lehrer aber noch ein, zwei Jahre verstreichen. 2020 sollen die Ergebnisse des Programms geprüft werden. Bis dahin will das Land knapp 6,5 Millionen Euro aus laufenden Haushaltsmitteln investieren.

Heimatbegeisterte und Förderer begrüßen die Idee, stehen der Umsetzung jedoch kritisch gegenüber: „Hoffen wir, dass es nicht bloß Worte bleiben, sondern Taten folgen“, sagt Jürgen Wittmüß, der als Vorsitzender des Vereins Klönsnack Rostocker 7 selbst plattdeutsche Projekte für Vorschulkinder betreut. „Unsere Heimat ist mehr als nur Niederdeutsch und das Tragen von Trachten“, sagt Dr. Cornelia Nenz, Vorsitzende des Heimatverbands MV. Sie plädiert dafür, auch in MV einen landesweiten Plattdeutschtag einzuführen, an dem nicht nur Theorie, sondern auch Praxis an die Teilnehmer vermittelt würde. Scharf kritisiert wurde zudem, dass Museen und Heimatvereine in dem Programm keine Erwähnung fänden. Diese könnten sich jedoch jederzeit für die ausgeschriebenen Projekte bewerben, für die jährlich 100 000 Euro Kulturförderung eingeplant seien, so Brodkorb. Am Geld scheitere es letztlich nicht, wichtig sei viel mehr, dass alle – Eltern, Großeltern, Schulen, Kitas – sich gleichermaßen mitbeteiligen, so der Kultusminister.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen