Landkreis Rostock : Heidi French hat ein Herz für Jungschwalben

Alle Hände voll zu tun hat Heidi French mit der Fütterung der kleinen Rauchschwalben, die sie von Hand aufzieht.
Foto:
Alle Hände voll zu tun hat Heidi French mit der Fütterung der kleinen Rauchschwalben, die sie von Hand aufzieht.

Nester mit etwa 50 jungen Vögeln zerstört. 14 Tiere überleben – Heidi French aus Groß Potrems päppelt sie auf

svz.de von
21. Juni 2016, 05:00 Uhr

Es ist der schlimmste Fall, der Heidi French in dieser Form bisher untergekommen ist. Zehn Schwalbennester mit etwa 50 Jungvögeln drin wurden vor rund zwei Wochen in einem Pferdestall in Groß Wokern zerstört. „Die Kolonie bestand seit zehn Jahren“, sagt die 56-Jährige, die eine vom Veterinäramt genehmigte Aufnahmestelle für Igel und andere Kleinsäuger sowie Singvögel hat. Sie kümmert sich seitdem um die paar Tiere – 14 Vögel –, die dies überlebt haben.

Die zu diesem Zeitpunkt etwa acht bis zehn Tage alten Schwalben in Frenchs Hände übergeben hat Armin Behr. „Mein Nachbar kam zu mir und hat mir von dem Vorfall berichtet. Wir sind dann zusammen in den Stall, aber da waren die meisten Jungtiere schon tot“, so Behr. „Am Tag zuvor habe ich noch zwei Jugendliche beim Stall gesehen. Sie müssen alle Nester abgeschlagen haben“, ärgert sich Behr. „Das ist so sinnlos.“

„Außerdem sind Rauchschwalben nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und die Tat stellt eine Ordnungswidrigkeit dar“, weiß French, weshalb sie auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises über den Vorfall informiert hat. „Aber von denen hab ich bis jetzt keine klare Aussage bekommen. Eigentlich hätten sie schon längst vor Ort sein müssen. Auch Kompensationsmaßnahmen wie Kunstnester müssten erfolgen“, so die 56-Jährige, die die Tat daraufhin zur Anzeige gebracht hat.

„Ich hoffe, dass jetzt alle Tiere durchkommen“, sagt French. „Ich denke aber, dass wir auf einem guten Wegn sind.“ Denn die Tiere durchzubringen, ist ein 24-Stunden-Job und kostenintensiv. „Zwischen 6 und 22 Uhr werden sie etwa jede Stunde gefüttert“, so Heidi French, die Mitglied im Verein Igelhilfe MV ist. „Ich schätze mal, dass die Kosten allein für Futter und Medikamente rund 200 Euro betragen werden“, sagt die Uni-Mitarbeiterin.

Jetzt müssen die kleinen Vögel erst einmal fliegen und fressen lernen. „Das bekommen sie sonst von den Eltern gezeigt“, so French. Sie hofft, dass sich die Schwalben, die bei ihr nisten, sich den Tieren der Handaufzucht annehmen werden. „Wenn die Schönwetterperiode anhält, kann ich die jungen Rauchschwalben frühestens in zwei Wochen auswildern“, hofft French.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen