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Hausbrand in Groß Klein - Feuerwehr probt Ernstfall

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Groß Klein | Dicker Rauch im Treppenhaus, der Feueralarm tönt laut durch den Flur, zwei Männer der Feuerwehr haben sich mit Atemschutzmasken, Axt, Stahlstange und einem Schlauch vor der Wohnungstür postiert. Der Stresspegel ist hoch. Aber sie müssen ruhig bleiben, wenn sie die Tür sofort aufbrechen, besteht die Gefahr eines Flashovers, dass das Feuer ihnen schlagartig entgegenschnellt. Sie müssen warten, auf die Kollegen vertrauen. Die kontrollieren die Hydranten in jeder der zehn Etagen des Wohnhauses im Blockmacherring 43. Vorher kann kein Wasser auf die Steigleitungen gelegt werden. 50 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Groß Klein und Warnemünde, der Berufsfeuerwehr der Wache 2 und der Polizei arbeiten Hand in Hand.

Auf der Rückseite des Hauses fährt ein Einsatzwagen eine Drehleiter aus. Eine Frau steht auf dem Balkon, schreit um Hilfe. "Bleiben Sie bitte vorne, gehen Sie nicht in die Wohnung zurück", ruft ein Feuerwehrmann durch ein Megafon. Wenig später wird er ihr Leben retten, sie sicher nach unten bringen. Zwei Personen werden noch in der Wohnung vermutet, über ihren Zustand ist nichts bekannt. Zum Glück ist alles nur eine Übung - eine von zwei jährlichen Großübungen der Feuerwehr. Sie simuliert einen klassischen Wohnungsbrand. Zwei Personen sind noch vermisst.

Die Wohnungstür ist mittlerweile aufgebrochen. Der Hausflur hüllt sich komplett in Rauch, die Hand vor Augen ist nicht mehr zu sehen. Dann ist etwas zu hören: Drei Männer entsteigen dem Rauch, sie tragen eine berußte, bewusstlose Person - einen 80 Kilogramm schweren Mann. "Wir leiten die Wiederbelebung ein." Die Puppe wird mit Herzdruckmassage behandelt, als ginge es um das Leben eines echten Menschen. Dann übergeben sie sie den Rettungskräften. "Du gehst an die Füße, ich geh voraus." Auch die andere Person wurde gefunden, alle drei Opfer haben es geschafft.

Um 9.25 Uhr am Sonnabend wurden die ersten Kräfte alarmiert. Sieben Minuten später waren sie vor Ort. "Ich bin mit der Übung ganz zufrieden, von der Zeit her war alles okay", sagt Matthias Ullrich, Wachbezirksleiter der Feuerwehr. Dennoch wird es in mehreren Auswertungen darum gehen, was in der Personenrettung noch besser werden kann. Auch die neuen digitalen Funkgeräte sind getestet worden, ab dem 3. Januar werden sie eingesetzt.

Dann ein weiterer Alarm, doch die Übung ist beendet. Ratlosigkeit. Gehört das noch dazu? "Rainer, die Lage ist jetzt ernst. Wir machen jetzt, was wir immer machen, wir versuchen erst mal in die Wohnung zu kommen."

Holger Müller ist hier der Diensthabende. "Ab jetzt ist es echt." Wenig später ist klar: falscher Alarm. Der Rauch der Nebelmaschine hatte ihn ausgelöst.

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erstellt am 11.Dez.2011 | 05:44 Uhr

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