Hauptquartier der Marine ab Montag in Rostock

Anpacken: Stabsgefreiter Robin Wagner arbeitet an der Einrichtung des Marinekommandos mit.
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Anpacken: Stabsgefreiter Robin Wagner arbeitet an der Einrichtung des Marinekommandos mit.

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28. September 2012, 07:06 Uhr

Rostock | "Das ist wie eine Operation am offenen Herzen", sagt Kapitän zur See Heinz-Peter Decker. Der Chef des Stabes organisiert seit sechs Monaten den Aufbau des neuen Marinekommandos, das am Montag offiziell seine Arbeit in der Hanse-Kaserne aufnimmt. In ihm werden der Führungsstab von der Bonner Hardthöhe, das Flottenkommando aus Glücksburg und das Rostocker Marineamt zusammengefasst. Hunderte Soldaten wechseln in diesem Zusammenhang ihre Büros. "Fast jeder in der Kaserne ist betroffen", sagt Decker. Auch neben seinem Schreibtisch stehen gepackte Umzugskartons.

In der aktuellen Übergangsphase sind rund 100 Soldaten mehr als üblich in Rostock tätig. Die Situation wird sich erst Mitte Oktober beziehungsweise Anfang kommenden Jahres entspannen. Dann werden einige Dienstposten an das Marineunterstützungskommando in Wilhelmshaven und nach Koblenz abgegeben. "Wir haben jetzt doppelt belegte Büros, die eigentlich nur für eine Person gedacht sind", sagt Decker. Er selbst teilt sich sein Zimmer mit einem weiteren Kapitän zur See. Eine absolute Ausnahmesituation für die beiden hochrangigen Soldaten. Aber anders geht es nicht: "Wir können den Betrieb nicht zumachen, die Flotte muss weiterlaufen", sagt der Chef des Stabes.

Die Voraussetzungen für das neue Kommando in Rostock seien aus seiner Sicht ideal. So werden der Marineinspekteur Axel Schimpf und seine Admiräle in das gerade erst im vergangenen Jahr eingeweihte Gebäude 12 ziehen. "Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Euro in die Infrastruktur gesteckt", sagt Decker. Unter anderem seien die Altbauten komplett renoviert worden - einer der Gründe, warum die Marine ihr neues Hauptquartier in Rostock ansiedelt. Ausschlaggebend aber war vor allem die Nähe zur politischen und militärischen Leitung in Berlin.

Mit der Arbeitsaufnahme am Montag und dem Appell zur Aufstellung am 9. Oktober ist die Zusammenlegung aber längst nicht abgeschlossen. "Das wird noch mehrere Monate in Anspruch nehmen", sagt Decker. Kernstück des neuen Hauptquartiers werde die Abteilung Einsatz, von der aus künftig die gesamte deutsche Flotte geführt wird. Daneben entstehen die vier Abteilungen Medizinische Versorgung, Personal, Planung und Einheitenunterstützung. Langfristig soll zudem das Maritime Operations Centre (MOC) von Glücksburg nach Rostock umsiedeln. Die dafür nötigen Bauvorhaben sollen voraussichtlich bis 2017 oder 2018 abgeschlossen sein.

Bis dahin sollen die anderen Abteilungen längst reibungslos in der Hansestadt arbeiten. Derzeit haben allerdings noch nicht alle Angestellten einen eigenen PC-Arbeitsplatz. Das soll sich schnell ändern. Auch die aktuell vorgenommene Umstellung der IT und der Telefonnummern soll möglichst schnell abgeschlossen sein. "So ein Umzug bringt immer Unruhe mit sich", sagt Decker. Zumal viele der neuen Soldaten auch privat eine Wohnung oder ein Haus suchen. "Da herrscht ein sauberer Konkurrenzkampf mit den Studenten, bei denen das Semester wieder startet", so Decker.

Gerade die Soldaten, die nur unter der Woche an ihrem Dienstsitz wohnen und am Wochenende zu ihren Familien fahren, hätten oft ein ähnliches Beuteschema wie die Akademiker. Bei ihrer Suche werden sie von einem Wohnungsoffizier unterstützt. Oftmals vermittelten auch wegziehende Kameraden ihre Bleibe weiter, so Decker. Er selbst steht ein Jahr vor seiner Pensionierung und will Rostock auch anschließend die Treue halten: "Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl." Die Hansestadt sei ein Marine-Volltreffer.

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