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Neues Gerichtsurteil : Hat Rostock sein Theater abkassiert?

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Entscheidung der Juristen wirft neue Fragen zur Miete für die Bühne im Stadthafen auf

Hätte das Theater im Stadthafen (TiS) als Bühne des Rostocker Volkstheaters gerettet werden können? Laut Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) hat das Landgericht Rostock bereits im April 2012 ein Urteil gefällt, demzufolge der Leasingvertrag der Hansestadt mit dem Gebäude-Investor nichtig sei. Seitdem habe die Stadt keine Raten für das Haus mehr zahlen müssen, so Jens gestern im Hauptausschuss.

Vom damals bereits stark angeschlagenen Volkstheater hat die Stadt über ihren Kommunalen Eigenbetrieb Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) dennoch weiter kräftig Miete kassiert. „Das Volkstheater hat weiter gezahlt, bis zum bitteren Ende“, sagt Jens. Dabei hatte Geschäftsführer Stefan Rosinski sich mehrfach um eine Mietminderung bemüht, wie er selbst bestätigt: „Da hieß es aber immer, es gebe keine Möglichkeit.“ Der KOE habe auf die 108 000 Euro Miete jährlich bestanden. Unter anderem deswegen musste Rosinski den Rotstift ansetzen, 500 000 Euro einsparen. Das TiS wurde im Januar geschlossen, der Etat für Gastkünstler eingeschmolzen und frei gewordene Personalstellen nicht neu besetzt. „Ein Mieterlass allein hätte es nicht getan, aber es wäre eine Grundlage für andere Konzepte gewesen“, sagt Rosinski – das TiS als Spielort hätte gerettet werden können. Nun würden dem Theater durch die Bühnenschließung 150 000 Euro Erlös fehlen. De facto habe es also 650 000 Euro einsparen müssen, so der Geschäftsführer.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) will die Vorwürfe nicht gelten lassen. Das Leasing-Urteil des Landgerichts habe keinerlei Auswirkungen auf die Miete gehabt. Dass die Stadt auf deren Erhebung hätte verzichten können, sei eine Unterstellung. Nicht nur das Volkstheater, auch die anderen Nutzer im Haus hätten zahlen müssen. Zudem sei „das Gerichtsverfahren noch nicht abgeschlossen“.

Die Mitglieder des Hauptausschusses zeigten sich gestern zurückhaltend irritiert. Es sei „schon sehr interessant“, so Frank Giesen (CDU), dass er bis zur Ausschuss-Sitzung nichts über diesen wesentlichen Rechtsstreit der Stadt gewusst habe.

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erstellt am 30.Apr.2014 | 10:00 Uhr

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