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Rostocker Band im Halbfinale des Newcomer-Wettbewerbs Echolot : Harter Rock statt glatter Pop

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Das Trio Kyuchu ist eine Band aus Rostock. Unter über 400 Bands aus ganz Deutschland haben es die drei jungen Männer ins Halbfinale des Newcomer-Wettbewerbs Köstritzer Echolot geschafft.

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erstellt am 01.Mär.2012 | 09:04 Uhr

Rostock | Kulturkombinat Bunker. Der Ort hält, was der Name verspricht. Während nebenan neue, teure Wohnungen an der Warnow entstehen, graut der quadratische Bau vor sich hin. Innen riecht es leicht modrig, die Gänge sind eng, der Putz fällt von den Wänden. In kleinen Räumen proben Bands ihre Lieder; sie sind hier, weil die Miete niedrig ist.

Eine von ihnen ist das Rostocker Trio Kyuchu. Unter über 400 Bands aus ganz Deutschland haben es die drei jungen Männer ins Halbfinale des Newcomer-Wettbewerbs Köstritzer Echolot geschafft. Als einer von elf Halbfinalisten und einzige Band aus Mecklenburg-Vorpommern erhalten sie die Chance, sich mit einem selbst organisierten Konzert für das Finale zu qualifizieren.

Kyuchu, das sind Gitarrist und Sänger Thomas Nabrich, Bassist Benjamin Müller und Schlagzeuger Michael Heck. Seit 2010 gibt es die Band in dieser Besetzung. "Angefangen hatten Thomas und ich 2005, allerdings noch ohne Michael und dafür mit zwei anderen Mitgliedern. Doch dann wollten wir qualitativ besser werden und haben einen Neustart gemacht", erklärt Benjamin, mit 22 Jahren der jüngste des Trios. Und der Neustart war die tatsächlich die Initialzündung: Seitdem haben die Rostocker Musiker eine eigene CD herausgebracht, Konzerte in Berlin und Brandenburg gegeben und sich eine kleine Fanbase geschaffen. "Wir sind mit unserer Entwicklung sehr zufrieden, wollen aber mehr. Wir wollen es so weit schaffen, wie möglich", so der 24-jährige Sänger Thomas.

Den Echolot sehen die jungen Männer als große Chance. Immerhin darf die Siegerband am 22. März auf der Aftershow-Party des Musikpreises Echo auftreten. "Das wäre eine tolle Sache. Schließlich kann man sich dort in einem Kreis herumtreiben, in den man sonst nicht reinkommt", so der Tenor der Band. Dass sie es überhaupt ins Halbfinale schaffen, damit hatten die Rostocker nicht gerechnet. "Wir sind nur zufällig darauf gestoßen, dass es diesen Wettbewerb überhaupt gibt und haben uns einfach mal angemeldet. Als wir hörten, dass uns die eine Runde weiter gewählt hat, dachten wir, es wäre ein Scherz", erinnert sich Sänger Thomas Nabrich.

Am Sonnabend steht das Halbfinalkonzert an, im Club "Zwischenbau" in der Rostocker Innenstadt. "Wir haben viel geprobt, Werbung gemacht - über Plakate, Flyer, das Internet. Mittlerweile kennen uns die Leute in Rostock", sagt Benjamin Müller nicht ohne Stolz. Auf 400 Besucher hoffen die Musiker, die ihr Publikum mit Modern Rock überzeugen wollen. "Das ist härterer Rock, der allerdings auch Pop-Elemente aufweist", so Benjamin. Mit dieser Musikrichtung unterscheiden sich die Rostocker gänzlich von den anderen Halbfinalteilnehmern. "Die machen deutschen Pop, alles sehr glatt. Wir haben Ecken und Kanten", sieht der 24-jährige Schlagzeuger Michael genau darin die Chance der Band, den Wettbewerb zu gewinnen.

Zunächst wird das Halbfinal-Konzert von dem Online-Musiksender tape.tv aufgezeichnet und einer hochkarätigen Jury vorgespielt, der unter anderem Thomas Venker (Chefredakteur des Musikmagazins "Intro"), Conrad Fritzsch (Gründer von tape.tv) sowie Ingmar und Boussa (Moderatoren des Radiosenders Energy Berlin) angehören. Diese bestimmt dann die fünf Finalisten, die in Berlin am 17. März ein weiteres Konzert geben dürfen. Da gilt es, den Sprung vom Echolot auf die große Echo-Bühne zu schaffen.

Link: www.kyuchu.com

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