Trunkenheitsfahrt : Harte Konsequenzen für betrunkenen Polizisten

Polizisten waren am Freitagabend dann doch überrascht, wen sie da gestellt hatten: Am Steuer des Fluchtautos saß ein Rostocker Kollege - mit reichlich Alkohol im Blut.

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07. Dezember 2014, 21:42 Uhr

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat nach der Trunkenheitsfahrt eines Polizisten am Wochenende ernste Konsequenzen für den Polizisten angekündigt. „Wenn ein Polizeibeamter die Dienstpflichten so eklatant verletzt hat, muss er auch disziplinarisch hart bestraft werden“, sagte Caffier. „Die Vorbildfunktion eines Polizeibeamten lässt uns hier keinen Spielraum.“

Nach der Verfolgung eines Autofahrers, der Schlangenlinie gefahren und sich einer Verkehrskontrolle entzogen hatte, waren Polizisten am Freitagabend dann doch überrascht, wen sie da gestellt hatten: Am Steuer des Fluchtautos saß ein Rostocker Kollege - mit reichlich Alkohol im Blut. Die Beamten hatten ihn zuvor in der Rostocker Südstadt anhalten wollen, doch das Auto raste ihnen auf die Autobahn 19 davon. Nachdem der Wagen die A19 wieder verlassen hatte, stoppten ihn die Beamten letztlich in der Gemeinde Dummerstorf. Ein Alkoholtest ergab bei ihm einen Wert von 2,2 Promille. Er wurde festgenommen. Die 14-jährige Tochter des Mannes saß auf dem Beifahrersitz. Sie kam zu ihren Großeltern.

Zu konkreten disziplinarrechtlichen Maßnahmen mochte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Erst müsse der Ausgang des möglichen Strafverfahrens abgewartet werden, dann werde über Disziplinarmaßnahmen entschieden, hieß es.

Nach einer Mitteilung des Innenministeriums ist Fahren unter Alkoholeinfluss immer noch eine der Hauptunfallursachen. Bei Unfällen mit Getöteten und Schwerverletzten lägen Alkoholfahrten unter den Top 3 der Unfallursachen.

Ab einem Promillewert von 1,1 gelten Trunkenheitsfahrten als Straftat und können mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden (Paragraf 316 Strafgesetzbuch). Auch der Führerschein ist erstmal weg. Infrage kommt aber auch ein Strafverfahren nach Paragraf 315c wegen Gefährdung des Straßenverkehrs. Hier drohen deutlich höhere Strafen.

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