Theater, Museen & Co. machen 175 Millionen Euro Umsatz : Harte Fakten zur Kultur

Die Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern kämpft um dem Status Quo. "Hauptsorge der Kulturschaffenden bleibt der Erhalt des Erreichten", so resümiert das Autorenteam der neuen der "Kulturanalyse 2008".

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24. November 2010, 08:41 Uhr

Barth | Die Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern kämpft um dem Status Quo. "Hauptsorge der Kulturschaffenden bleibt der Erhalt des Erreichten", so resümiert das Autorenteam der neuen "Kulturanalyse 2008" um den wissenschaftlichen Leiter Dr. Wolf Karge. Immerhin aber seien 67 Prozent der befragten Einrichtungen mit ihrer finanziellen Situation zufrieden oder sehr zufrieden - nur 36 Prozent sahen deutliche Mängel. Die Vorstellung der Studie, an der sich rund 730 kulturelle Einrichtungen mit aussagekräftigen Daten beteiligt hatten, stand gestern im Fokus der Landeskulturkonferenz in Barth.

"MV kann sich mit Fug und Recht Kulturland nennen", betonte Bildungsminister Henry Tesch (CDU). Die Kultur in MV habe sich zu einem tragfähigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Auf 175 Millionen Euro pro Jahr beziffert die Kulturanalyse das erfasste Umsatzvolumen des Sektors, wobei man für den gesamten Kulturbereich weit höhere Werte annehmen muss. Wie auch die regelrechte Kultur- und Kreativwirtschaft - also beispielsweise kommerzielle Konzertveranstalter, Kinos, Filmproduktion, Verlage - mangels Rückmeldung nur in Bruchstücken erfasst werden konnte.

Nach der neuen Kulturanalyse sind derzeit landesweit im kulturellen Bereich 7910 Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kämen 9551 ehrenamtlich Aktive. Jährlich finden im Nordosten mehr als 37 500 Veranstaltungen statt, die von über zehn Millionen Menschen besucht werden. Allerdings ist dabei auch jede öffentliche Museumsführung eingerechnet. Etwa 57 Prozent aller kulturellen Initiativen werden von Vereinen getragen, rund 22 Prozent aller Veranstaltungen befinden sich in kommunaler Trägerschaft, 1,6 Prozent gehen auf Initiative des Landes zurück.

Und der Erfolg beim Publikum? Insgesamt rund 10,1 Millionen Besucher verzeichnet die neue Statistik, in manchen Bereichen - etwa Darstellende Kunst - werden gegenüber der Analyse 2004 auch Rückgänge sichtbar. "Das Datenmaterial zeigt, dass unsere Kulturpolitik auf dem richtigen Weg ist", sagte Kultusminister Tesch.

Die Auswerter der Kulturanalyse listen allerdings auch die Hauptforderungen der Befragten an die politisch Verantwortlichen auf, finanzielle Planungssicherheit steht dabei weit vorn. Auch die seit 2004 vorangekommene Vernetzung verschiedener Akteure für gemeinsame Projekte sei weiter zu fördern. Und: "Kunst und Kultur sind mittelbare Wirtschaftsfaktoren und dürfen deshalb in der Wirtschaftsförderung nicht ausgegrenzt werden."

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