Stephan-Jantzen-Jahr : Hansestadt wird Mitglied bei den Seenotrettern

Retten Menschenleben bei jedem Wetter: Ulrich Wenzel, Mario Lange, Uwe Engelke, Kurt Tonn und Matthias Tetzlaff (v. l.) vom Seenotkreuzer „Arkona“. .
Retten Menschenleben bei jedem Wetter: Ulrich Wenzel, Mario Lange, Uwe Engelke, Kurt Tonn und Matthias Tetzlaff (v. l.) vom Seenotkreuzer „Arkona“. .

Zum 100. Todestag von Lotsenkommandeur Stephan Jantzen will OB Roland Methling die Fördermitgliedschaft in der DGzRS.

svz.de von
27. Dezember 2013, 23:00 Uhr

Zum Abschluss des Stephan-Jantzen-Jahres 2013 schlägt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) eine Fördermitgliedschaft der Hansestadt Rostock in der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vor. „Wohl kaum ein Name ist mit dem Seebad Warnemünde und der Seenotrettung so eng verbunden wie der von Stephan Jantzen. Der Mut und die Tapferkeit für das Leben in Not Geratener brachten dem 1827 geborenen Warnemünder Lotsenkapitän schon zu Lebzeiten Ruhm und Ehre“, sagt Methling, der eine entsprechende Beschlussvorlage in die Bürgerschaft einbringen will. „Mit einer Fördermitgliedschaft bei der DGzRS setzt die Hansestadt Rostock ein deutliches Zeichen zur Unterstützung der Arbeit der Seenotretter – ganz im Sinne der Arbeit des vor 100 Jahren verstorbenen herausragenden Warnemünders.“

Mitte des 19. Jahrhunderts war Rostock mit einer Flotte von 233 Segelschiffen an die Spitze der Ostseehäfen gerückt. Der starke Schiffsverkehr zur Warnow machte somit besondere Sicherungsmaßnahmen gegen Seeunfälle notwendig. Das zeigte sich erstmals 1863 besonders drastisch, als die Rostocker Brigg „Louise“ ostwärts der Warnowmündung samt Besatzung verlorenging und die Warnemünder Bevölkerung das Drama machtlos mit ansehen musste.

Diese Tragödie bewog die Stadt Rostock zur Anschaffung zweier Ruderrettungsboote auf eigene Kosten, die der Lotsenbrüderschaft anvertraut wurden. Die DGzRS wurde 1865 gegründet und eröffnete zwei Jahre später eine Rettungsstation in Warnemünde. Sie übernahm zunächst die beiden Rostocker Rettungsboote, die dem Lotsendienst der Hansestadt und damit dem Lotsenkommandeur Stephan Jantzen unterstellt waren, und beschaffte ein weiteres leistungsfähigeres Boot. Heute ist die DGzRS einer der modernsten Seenotrettungsdienste der Welt, der sich zudem ausschließlich aus Spenden finanziert. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2013 ist die Rettungsflotte 1937 Mal im Einsatz gewesen. Dabei wurden 701 Menschen gerettet oder aus Gefahr befreit. In Rostock-Warnemünde fahren die Besatzungsmitglieder in der Regel 70 bis 80 Mal im Jahr zu Einsätzen raus.

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