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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 03:18 Uhr

Rostock : Hansestadt will beim Klimaschutz nachlegen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostock setzt sich als Masterplan-Kommune ehrgeizige Ziele bis zum Jahr 2050

von
erstellt am 04.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Bis 2050 will Rostock den jährlichen CO2-Ausstoß pro Einwohner um 95 Prozent und den Energiebedarf um 50 Prozent gegenüber 1990 senken. „Fakt ist: Dieses Ziel ist praktisch erreichbar“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Und es ist Teil der Aufnahme Rostocks in den Masterplan „100 Prozent Klimaschutz“, ein Förderprojekt des Bundesumweltministeriums mit deutschlandweit 19 Teilnehmer-Städten.

„Jetzt beginnt die Umsetzung des Konzepts“, sagt Kerry Zander, Koordinatorin der Klimaschutzleitstelle im Amt für Umweltschutz. Eine zentrale Stellung darin nimmt die Energieversorgung ein. Sie biete noch viel CO2-Einsparpotenzial, so Zander. Voraussetzung sei unter anderem die Umstellung auf regenerative Stromerzeugung. Die Dächer der Stadt etwa böten noch viel Platz für die Installation von Fotovoltaik-Anlagen. Auch in die langfristig angelegte Bauleitplanung müsse das Thema Energie stärker einbezogen werden, fordert Zander: „Beim Neubau von Gebäuden muss man hinterfragen, ob die herkömmliche Art der Versorgung auch langfristig die richtige und wirtschaftlich vernünftigste ist.“ Dafür müsse ein Zeitraum von 40 Jahren betrachtet werden.

Einen weiteren Ansatzpunkt sieht Zander beispielsweise im Bereich Verkehr: „Den können wir noch besser machen.“ Derzeit arbeite Rostock am Mobilitätsplan Zukunft, in dem Radfahrern und Fußgängern mehr Bedeutung zugemessen wird. Weitere Vorhaben im Konzept sind der Aufbau eines kommunalen Energiemanagements, Schulungen für die städtischen Mitarbeiter und Kampagnen, die das Umweltbewusstsein der Rostocker schärfen. Die Leitstelle hat dafür ein Klimasparbuch herausgegeben, das Tipps für den Alltag beinhaltet und in jeder Buchhandlung erhältlich ist. Außerdem seien kommunale Unternehmen wie Wiro und Rostocker Straßenbahn AG gefordert, so Umweltsenator Matthäus: „Sie könnten durchaus noch aktiver sein.“

Bislang liegt Rostock im Soll. Der CO2-Ausstoß pro Einwohner hat sich ausgehend von 9,4 Tonnen im Jahr 1990 bereits mehr als halbiert, auf 4,5 Tonnen im Jahr 2012. Auch der Energieverbrauch ging von 5,5 Gigawattstunden in 1990 auf 3,7 Gigawattstunden in 2012 zurück. Allerdings entfällt fast der gesamte Rückgang auf die Jahre bis 2002 – nach der Wende hatten zahlreiche industrielle Großverbraucher ihre Produktion entweder ein- oder auf neue Technologien umgestellt.

Im Bereich der Privathaushalte wurde ebenfalls viel saniert, modernisiert und neu gebaut. Zudem sank die Bevölkerung von mehr als 250 000 auf rund 198 000, die Rostocker Energieversorgung wurde von vornehmlich Braunkohle auf Erdgas umgestellt. Im Auftrag der Stadt haben die Experten der Großmann Ingenieur-Consult Gesellschaft Dresden/Rostock mehrere Szenarien durchgespielt – in jedem wird der Zielwert von 0,46 Tonnen CO2 pro Einwohner bis 2050 deutlich verfehlt. Der geringere Energieverbrauch ist hingegen realistisch.

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