Rostock : Hansestadt schmiedet Plan für die Zukunft

Wohin mit neuen Stadtteilen? Projektingenieur Tobias Haufft markiert Reutershagen und Biestow.
Wohin mit neuen Stadtteilen? Projektingenieur Tobias Haufft markiert Reutershagen und Biestow.

Bürger sollen mitbestimmen, wie Flächen genutzt werden. Experten-Gruppen bewerten 726 Vorschläge

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20. Februar 2018, 12:00 Uhr

Laut Bevölkerungsprognose wird Rostock bis 2035 auf 230 000 Einwohner anwachsen. Um für dieses Plus von 22 000 Menschen genügend Wohnraum, Arbeitsplätze und eine entsprechende Infrastruktur zu entwickeln, arbeitet die Hansestadt an einem neuen Flächennutzungsplan (FNP). Der soll gemeinsam mit den Bürgern konzipiert werden. Unter dem Titel „Stadtdialog zum Zukunftsplan“ konnten sich Rostocker bei Flyer-Aktionen und online beteiligen. Insgesamt wurden 762 Wünsche und Ideen eingereicht. Die Ergebnisse haben Stadtplaner und Verwaltung gestern im Moya vorgestellt.

Die Vorschläge sind vielfältig und kontrovers: „neue Stadtteile errichten, statt Innenstadt verdichten“ – „in die Höhe bauen, anstatt nur Einfamilienhäuser“. „Wir brauchen Parkhäuser“ – „baut Radwege und das Straßenbahnnetz aus“. Vor allem in den Bereichen Wohnen und Mobilität haben die Rostocker genaue Vorstellungen, wie sich ihre Stadt entwickeln soll. Auf diese beiden Bereiche entfielen fast 50 Prozent der Vorschläge. Auch beim gestrigen Forum nutzen die etwa 150 Teilnehmer die Chance, ihre Stimme abzugeben. „Zwischen Schutow und dem Ostseepark könnte ein neuer Stadtteil entstehen“, sagt Tobias Haufft und platziert einen blauen Klebepunkt. Die Fläche sei bereits gut erschlossen und angebunden. Er begrüße, dass die Rostocker in den Entwicklungsprozess eingebunden werden, so der Projektingenieur.

Neben Wohnungsbau und Mobilität wünschen sich viele aber auch mehr Grünflächen, Kitas, Sport- und Kulturzentren. „Wir müssen viele verschiedene Anforderungen erfüllen. Dazu wollen wir schnell handeln, aber nicht ohne Bürgerbeteiligung“, sagt der stellvertretende Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Die Vorschläge werden jetzt von Expertengruppen diskutiert und bewertet, so Chef-Stadtplaner Ralph Müller. Im Anschluss werde die Stadt verschiedene Varianten eines FNP entwickeln und ab Oktober erneut in die Online-Beteiligung gehen. Zum Jahresende sollen drei favorisierte Entwürfe vorgestellt und 2019 ein Vorentwurf von der Bürgerschaft abgesegnet werden. Bis zur Fertigstellung eines rechtskräftigen FNP würden weitere fünf bis sieben Jahre benötigt, so Müller.

Alle Vorschläge im Internet unter www.zukunftsplan-rostock.de

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