Rostock : Hansestadt sagt Lärm den Kampf an

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Einwohner sollen besser geschützt werden. Aktionsplan wird fortgeschrieben. Straßenverkehr und Eisenbahnen als Hauptverursacher ausgemacht. #wirkoennenrichtig

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14. Februar 2018, 05:00 Uhr

Im Kampf gegen die Lärmbelastung für ihre Einwohner will die Hansestadt im September Stufe drei ihres Lärmaktionsplans zünden. Vorbereitet wird diese von Alexander Reimann und seinem Team vom Büro LK Argus GmbH mit Sitz in Berlin, Hamburg und Kassel. Sie wollen der Bürgerschaft im Mai einen Maßnahmenkatalog vorlegen und im Juni ein Bürgerforum organisieren. Im Juli muss Rostock der EU-Kommission seine Fortschritte melden, erklärt Dagmar Koziolek, Chefin des Amts für Umweltschutz. „Bisher gibt es noch keine EU-Strafzahlung, aber man weiß nicht, was sich da noch entwickelt“, sagt sie.

Denn viele der insgesamt 60 Brennpunkte in Rostock, die vor fünf Jahren identifiziert wurden, bestehen noch immer. Vor allem Straßen- und Eisenbahnlärm bleiben kritisch, während die Belastung durch Straßenbahnen gesunken und die durch Industrie und Häfen rein rechnerisch nicht zu hoch ist. „Die Rostocker Straßenbahn AG hat alle Vorgaben der Stufe zwei vollständig erfüllt“, lobt Reimann. Insbesondere an den Weichen seien Verbesserungen vorgenommen worden. Einer Lärmkartierung aus dem vergangenen Jahr zufolge sind nachts 685 Anwohner gesundheitsgefährdenden Werten von über 55 Dezibel und tagsüber 335 mehr als 65 Dezibel ausgesetzt.

Hauptproblem bleibe der Straßenverkehr mit 2730 Betroffenen in der Nacht und 2819 am Tag. Reimann erklärt, es habe hier zwar Fortschritte gegeben, beispielsweise durch den Einbau lärmmindernden Asphalts Am Strande. Aber es seien auch neue Problemstellen hinzugekommen, etwa die Gehlsheimer und die Fährstraße in Gehlsdorf. Neben Fahrbahnsanierungen seien auch Geschwindigkeitsreduzierungen möglich, um die Lärmbelastung zu senken. An sechs Stellen würden Tempo 30-Zonen geprüft, unter anderem in der Neubrandenburger, der Blücher-, Herwegh- und der Park- sowie Rostocker Straße in Warnemünde.

Nachholbedarf gebe es auch bei der Deutschen Bahn, kritisiert Reimann: „Beim Thema Eisenbahn lässt die Umsetzung wirklich noch zu wünschen übrig.“ 2013 waren hier tagsüber 1600 und nachts 2200 Rostocker schädlichen Lärmwerten ausgesetzt.

Im Internet: www.rostock-wird-leiser.de

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