Corona-Verstöße beim DFB-Pokal : Maskenpflicht auf der Hansa-Südtribüne

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Blick ins Ostseestadion.

Blick ins Ostseestadion.

Beim Pokalspiel des FC Hansa Rostock gegen den VfB Stuttgart gab es Verstöße gegen die Corona-Regeln. Die Option einer Reduzierung des Ticketkontingents im Ostseestadion wird aber nicht gezogen.

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15. September 2020, 13:24 Uhr

Es war das erste Fußballspiel nach der Corona-Pause vor einem größeren Publikum, und es wird Folgen haben. Nach Verstößen gegen die Auflagen beim DFB-Pokalspiel des Drittligisten FC Hansa Rostock gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart (0:1) soll das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf der Südtribüne des Ostseestadions zur Pflicht werden.

Diese Entscheidung sei am Dienstag nach Gesprächen mit der Stadt und dem Gesundheitsamt gefallen, sagte Hansas Vorstandschef Robert Marien der Deutschen Presse-Agentur. Greifen soll diese Regelung schon am Samstag, wenn die „Kogge“ mit dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg in die neue Spielzeit der 3. Liga startet.

Weniger Tickets war eine Option

Gegen die Stuttgarter waren am Samstag 7500 Besucher im Ostseestadion, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Auf der Südtribüne sei massiv gegen die Auflagen verstoßen worden, sagte Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Vor allem wurden die Abstände nicht eingehalten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vernachlässigt.

Zunächst war davon die Rede gewesen, dass künftig weniger Fans in das Stadion gelassen werden sollten. Dies sei eine Option gewesen, die diskutiert worden sei, erklärte Marien. Letztlich habe man sich dann aber für die Maskenpflicht im Sektor Süd mit rund 2000 Plätzen entschieden. Es könne dort immer wieder zu Situationen kommen - etwa beim Jubeln -, in denen sich die Fans nahe kommen. Die anderen Besucherbereiche sind demnach von der Maskenpflicht nicht betroffen.

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Dort hatte es bei dem Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart auch keine Verstöße gegen die Hygieneauflagen gegeben.  Im Großen und Ganzen sei die Umsetzung der Hygienemaßnahmen aber gut gelaufen, betonte Gesundheits- und Sozialsenator Bockhahn. Die meisten Fans hätten sich an die Vorgaben gehalten. Der Verein habe sehr viel getan, um das Hygienekonzept, das er erarbeitet und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt habe, umzusetzen.

Kritik aus Baden-Württemberg

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Sportministerin Stefanie Drese (SPD) war überwiegend zufrieden. Im Rückblick auf das Spiel könne sie sagen, „dass sehr viele Sachen schon sehr gut funktioniert haben“.  Anders sah die baden-württembergische Sportministerin die Sache: „Die Fotos vom DFB-Pokalspiel in Rostock von Fans Schulter an Schulter und ohne Abstand und ohne Maske lösen in mir ein ziemliches Unbehagen aus“, sagte Susanne Eisenmann (CDU) der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. „Was wir uns definitiv nicht leisten können, ist, dass ein Fußballspiel zu einem Superspreader-Event wird und infolge dessen Schulen geschlossen werden müssen.“

Hansa-Chef Robert Marien hatte am Montag ein positives Fazit des Hygienekonzeptes für das DFB-Pokalspiel gezogen. Nach dem ersten Testlauf mit einer großen Zuschauerkulisse gebe es aber noch Reserven, räumte er ein. „Es gibt sicher ein, zwei Situationen, wo wir nachsteuern müssen.“ Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf der Südtribüne ist nun eine davon. 

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