Prozessbeginn in Rostock : Zwei Demminer wegen schweren Raubes vor Gericht

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Vor der 3. Strafkammer beginnt am 15.09.2020 die Hauptverhandlung gegen die beiden Angeklagten wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
Vor der 3. Strafkammer beginnt am 15.09.2020 die Hauptverhandlung gegen die beiden Angeklagten wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Ein Opfer ergriff die Flucht, indem es aus dem Fenster des zweiten Obergeschosses sprang.

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15. September 2020, 13:53 Uhr

Rostock | Zwei Männer aus Demmin stehen seit Dienstag in Rostock vor Gericht. Philipp M.(29) und Marcel B.(35) müssen sich im Landgericht wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Zwei Täter bisher unbekannt

Die Staatsanwaltschaft Rostock wirft ihnen vor, sich am frühen Morgen des 12. März 2020 unter einem Vorwand Zugang zu einer Wohnung in der Rostocker Maxim-Gorki-Straße 44 verschafft zu habe, in der sich zu der Zeit zwei junge Männer aufhielten. Im Schlepptau der Angeklagten befanden sich zwei bisher unbekannt gebliebene Personen, die maskiert waren.

Alle Vier begannen sofort, die Wohnungsinhaber zu schlagen und zu treten, heißt es in der Anklageschrift. Marcel B. soll dabei einen mit Quarzsand gefüllten Handschuh getragen haben, um seine Schlagkraft zu erhöhen. Alle vier Eindringlinge hätten Geld und Wertgegenstände gefordert. Unter Androhung von noch mehr Gewalt sollen die Opfer alles, was sie an Wertvollem besaßen im Gesamtwert von mindestens 600 Euro herausgegeben haben.

Ein Opfer sprang aus dem Fenster

Unter dem Raubgut hätten sich eine Herrenarmbanduhr der Marke Armani, eine Box und Bargeld befunden. Um weiteren Gewaltanwendungen zu entgehen, ergriff eines der Opfer die Flucht, indem es aus dem Fenster des zweiten Obergeschosses sprang. Beide Wohnungsinhaber erlitten erhebliche Verletzungen am Hals, am Rücken und an den Händen. Trotz alledem kam der Fensterspringer noch glimpflich davon.

Am Eröffnungstermin wurde nur die Anklageschrift verlesen. Philipp M. und Marcel B. wollten sich nicht zu den Tatvorwürfen äußern. Ihre Anwälte baten jedoch um ein Verständigungsgespräch mit allen Gerichtsbeteiligten, um vielleicht doch einen Deal zu Gunsten ihrer Mandanten zu erwirken, was aber ein umfangreiches und glaubwürdiges Geständnis beider Angeklagten voraussetzt.

Problem dabei könnte der richterliche Hinweis sein, der gleich zu Prozessbeginn verkündet wurde, wonach nicht nur der Vorwurf des schweren Raubes im Raum steht, sondern zusätzlich mit dem Fenstersprung eines der Opfer, auch der Vorwurf, dass die Angeklagten den Tod des Mannes billigend in Kauf genommen hätten. Philipp M. sitzt in Waldeck in Untersuchungshaft, Marcel B. in Bützow.

Am 25. September wird der Prozess fortgesetzt.

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