Trotz Coronavirus : Hansa-Heimspiel und IHK-Empfang finden statt

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Mecklenburg-Vorpommern ist von der Ausbreitung des neuen Coronavirus bislang wenig betroffen. Solange das so bleibt, spricht nichts gegen Großveranstaltungen, sagt der Rostocker Mediziner Emil Reisinger.

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09. März 2020, 12:49 Uhr

Trotz der zunehmenden Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland sollten zwei geplante größere Veranstaltungen in Rostock stattfinden - das Heimspiel von Hansa Rostock in der 3. Fußball-Liga am Montag und der Empfang der IHK zu Rostock am Dienstag.

Wie eine Hansa-Sprecherin am Montag sagte, steht der Verein im Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Solange es keine andere Anweisungen gebe, bleibe es bei der Ansetzung. Im Unterschied zu anderen Heimspielen stünden jedoch an mehreren Stellen Desinfektionsspender, zudem trage das Sicherheitspersonal Einmal-Handschuhe.

Desinfektionsspender am Eingang

Ein Sprecher der Hansestadt betonte, dass die Entwicklung seitens des Gesundheitsamtes genau beobachtet und gegebenenfalls eingegriffen werde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Sonntag empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen abzusagen. Oberstes Ziel sei es, die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen. Von solchen Absagen könnten unter anderem Sportveranstaltungen, Messen oder Konzerte betroffen sein.

Auch die IHK hält an ihrem für Dienstag in der Rostocker Stadthalle geplanten Empfang unter dem Motto "MV ist Wow" mit mehr als 700 Gästen fest. IHK-Präsident Klaus-Jürgen Strupp hat unter anderem Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), den Präsidenten von Aida Cruises, Felix Eichhorn und Alt-Bundespräsident Joachim Gauck eingeladen. Die Gäste werden beim Betreten der Stadthalle an einem Desinfektionsspender vorbeigeführt.

Noch keine Infektionsfälle in Rostock

Für den Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger, spricht in der aktuellen Lage nichts gegen die Durchführung der beiden Veranstaltungen. Denn in Rostock seien noch keine Infektionsfälle bekannt geworden. "Das kann sich aber jeden Moment ändern", fügte er hinzu. Bis solche Fälle aufträten, "kann man das Leben normal weiterlaufen lassen".

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald will Veranstaltern eine Richtlinie zum Umgang mit dem neuartigen Coronavirus an die Hand geben. Gesundheits-, Rechts- und Ordnungsamt würden die Empfehlungen in den kommenden Tagen ausarbeiten, sagte Landrat Michael Sack (CDU) am Montag in Greifswald. Veranstalter sollen Hinweise bekommen, wann sie ihre Vorbereitungen einstellen sollten, um nicht unnötig Geld auszugeben.

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