Corona-Epidemie : Sieben Abstrichzentren sollen Tests kanalisieren

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An der Rostocker Unimedizin wird angesichts der Corona-Fälle eines von landesweit sieben „Abstrichzentren“ errichtet.

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11. März 2020, 05:00 Uhr

Rostock | An der Rostocker Universitätsmedizin wird angesichts zunehmender Corona-Fälle eines von landesweit sieben „Abstrichzentren“ eingerichtet. Laut Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sollen diese „zentralen Anlaufstellen für Tests von Covid-19-Verdachtsfällen“ die Ansteckungsgefahr in Krankenhäusern und Praxen minimieren. Jedes Zentrum wird von einem Zweierteam aus Medizinstudenten betreut. Und so sollen die Zentren funktionieren:

• Wer befürchtet, am Coronavirus erkrankt zu sein, soll sich telefonisch bei seinem Hausarzt oder dem kassenärztlichen Notdienst melden.

• Der Hausarzt prüft nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, ob ein begründeter Verdachtsfall vorliegt.

• Auf Weisung des Hausarztes geht der Patient in eines der Zentren, wo der Abstrich vorgenommen wird. Jedem Zentrum ist ein festes Labor zugeteilt. Das übermittelt das Testergebnis an den Hausarzt, der den Patienten informiert und weitere Maßnahmen anordnet.

Viele Hausärzte indes sind selbst unsicher. Die Maßgaben etwa der Ärztekammer sind dürftig. Auch sie empfiehlt ihren ratsuchenden Kollegen „qualifizierte Quellen“ wie das Robert-Koch-Institut und die Hotline des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGuS): 0385 588 5888. Die Hotline ist allerdings täglich nur von 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr besetzt, Freitags nur bis 12 Uhr.

https://www.aek-mv.de/

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus werden auch in MV immer mehr Veranstaltungen abgesagt. Gestern Nachmittag wurde sogar wegen eines Verdachtsfalles in der AfD-Fraktion die Verschiebung der Landtagssitzungen erwogen.In der AfD-Fraktion musste ein Mitarbeiter am Morgen in häusliche Quarantäne, weil seine Lebensgefährtin in Verdacht steht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Ein Testergebnis des Gesundheitsamtes Nordwestmecklenburg-Vorpommern stand gestern Abend noch aus und ist für heute angekündigt. „Die allermeisten unserer unserer Fraktionsmitarbeiter sind inzwischen im Home-Office“, sagte AfD-Fraktionsvorsitzender Nikolaus Kramer unserer Redaktion. Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) und Landtagsdirektor Armin Tebben seien informiert worden. Am Abend entwarnte die Landtagsverwaltung: „Auf Grundlage der Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes gibt es aus Sicht der Gesundheitsbehörden keinen Anlass für eine Vertagung der Landtagssitzung“, hieß es.

https://www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html

Dagegen wurde die Veranstaltung „Landesregierung vor Ort“, bei der sich am 30. März wieder Minister den direkten Fragen der Bürger stellen wollten, abgesagt. Auch der Stiftertag des Landes mit Altbundespräsident Joachim Gauck wurde gestrichen.

Das Gesundheitsministerium meldete gestern drei weitere Corona-Infektionen, darunter einer in Rostock. Dabei handele es sich um einen 51-Jährigen, der aus Österreich zurückgekehrt war. Auch eine 41-jährige Frau aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und ein 52-Jähriger aus dem Landkreis Rostock wurden gestern positiv getestet. Auch sie kamen von einer Reise aus Österreich zurück.

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