Rostocker Stadtverwaltung : Recht auf Homeoffice steht zur Diskussion

Wie Mitarbeiter der Stadtverwaltung zukünftig rechtssicher von zu Hause aus arbeiten können, soll eine Projektgruppe aus Vertretern von Angestellten und Arbeitgebern klären.
Wie Mitarbeiter der Stadtverwaltung zukünftig rechtssicher von zu Hause aus arbeiten können, soll eine Projektgruppe aus Vertretern von Angestellten und Arbeitgebern klären.

Mit einem Konzept soll den Folgen einer möglichen zweiten Pandemiewelle begegnet werden. Dabei sei die Hansestadt Vorreiter.

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28. August 2020, 05:00 Uhr

Rostock | Einen Vorschlag von Grünen, Linken und FDP diskutierten die Mitglieder des Personalausschusses der Rostocker Bürgerschaft auf ihrer Sitzung am Dienstag, der mehr Flexibilität für die Mitarbeiter der Rostocker Stadtverwaltung bedeuten könnte. Denn mehrheitlich beschlossen die Mitglieder des Gremiums die Einsetzung einer Projektgruppe durch Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos), die Homeoffice und mobiles Arbeiten geregelt umsetzen soll.

Der Grund für die Initiative liegt laut den Antragstellern im Vorgehen der Verwaltung während der Hochphase der Corona-Pandemie. Angesichts einer möglichen zweiten Viruswelle sollen gemeinsam mit dem Personalrat klare Regelungen für das Arbeiten von zu Hause und unterwegs aufgestellt werden. Das betreffe zahlreiche Fragen zum Arbeitsschutz, der Datensicherheit und technischen Ausrüstung. Laut städtischen Angaben arbeiteten zur Hochzeit der Pandemie rund 400 Mitarbeiter der Verwaltung von zu Hause aus.

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Führen neue Arbeitsformen zu Einsparungen?

"Wir haben ein Pandemie-Office erlebt", beklagte sich Andreas Tesche (Grüne). Er forderte, dass sich die Verwaltung geregelt weiterentwickelt. Erst das würde es den Mitarbeitern ermöglichen, sich rechtssicher zwischen mobilem Arbeiten sowie Homeoffice und der Tätigkeit im bestehendem Büro zu entscheiden, so Christoph Eisfeld (FDP). Durch die Verlagerung des Arbeitsortes könnten letztendlich auch Büroflächen eingespart werden.

Sybille Bachmann (Rostocker Bund) entgegnete, dass durch neue Arbeitsformen keine Kostenersparnis zu erwarten sei, jedoch die Arbeitsmoral der Angestellten angehoben werden. Sie spricht sich grundsätzlich für den Vorstoß der drei Parteien aus, will jedoch zunächst noch die Auswertung einer Mitarbeiterbefragung abwarten.

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Personalchef sieht Hansestadt als Vorreiter

Der Vorsitzende des Personalrats, Ulf Jordan, bemängelte, dass die aktuellen Dienstvereinbarungen nicht ausreichen. Der Grund: "Es gibt Kollegen, die gerne zu Hause arbeiten, aber diese müssen auch geschützt werden." Zudem werden aktuell Laptops von sechs verschiedenen Herstellern genutzt, über die jedoch nicht mit allen auf die internen Server der Verwaltung zugegriffen werden kann. "Wir brauchen Geld, damit das in die Hand genommen wird", so Jordan weiter.

Laut Personalamtsleiter Dirk Zierau gibt es bereits seit Dezember eine interne Vereinbarung zum mobilen Arbeiten. Danach könne ein Fünftel der Arbeitszeit von unterwegs gearbeitet werden. Derzeit fehle es jedoch an einer rechtlich zuverlässigen Definition für mobiles Arbeiten und Homeoffice. "Wir sind im gewissen Rahmen auch Vorreiter", sagte Zierau. Der Antrag könne jedoch helfen, das Thema weiter voranzutreiben.

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