Rollen bald Diensträder durch Rostock? : Polizeibeamte testen den Einsatz auf zwei Rädern

 Symbolbild
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Ganz Universitätsstadt, wird das Stadtbild von Rostock von zahlreichen Fahrradfahrern geprägt. In Zeiten des Klimawandels ein umweltfreundliches Zeichen, dem sich auch die Polizei Rostock zukünftig anschließen möchte. Hinzu kommt, dass die Rostocker Innenstadt mit dem Fahrrad oft leichter befahrbar ist als mit dem Streifenwagen. Um die Alltagstauglichkeit zu prüfen, startet die Polizeiinspektion Rostock nun einem Test.

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01. September 2020, 17:09 Uhr

Rostock | Polizisten treten in die Pedale - an dieses ungewohnte Bild könnten sich die Einwohner der Hanse- und Universitätsstadt Rostock ab dem heutigen Dienstag gewöhnen.

Das Stadtbild von Rostock wird von zahlreichen Fahrradfahrern geprägt. In Zeiten des Klimawandels ein umweltfreundliches Zeichen, dem sich auch die Polizei Rostock zukünftig anschließen möchte. Hinzu kommt, dass die Rostocker Innenstadt mit dem Fahrrad oft leichter befahrbar ist als mit dem Streifenwagen.

Fünf Beamte im Test

Um die Alltagstauglichkeit zu prüfen, startet die Polizeiinspektion Rostock nun einem Test: Insgesamt fünf verschiedene Fahrräder wurden am Dienstag durch die Firma Zweirad-Harder aus Bad Doberan an ausgewählte Polizistinnen und Polizisten der Reviere Reutershagen, Lichtenhagen und Dierkow übergeben. Die eingesetzten Beamten sollen den kompletten September erproben, wie sich der mobile Einsatz mit Fahrrädern insbesondere auf die Verkehrssicherheit in Rostock auswirkt und welche Vorteile das Radeln für die Einsatzbewältigung mit sich bringt.

Handymissbrauch auf dem Fahrrad

Die Verkehrsunfallstatistik zeigt, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Zweiradfahrern steigt. Im Jahr 2019 verunfallten 393 Radfahrer, bei denen 280 Personen verletzt wurden und zwei Menschen starben. Bei 20 Verkehrsunfällen waren E-Bikes beteiligt, bei denen 16 Verletzte zu verzeichnen waren.

Im Rahmen der Kampagne "Fahren.Ankommen.LEBEN!" führten am Dienstag Vormittag auch Polizeibeamte der Inspektion Rostock die themenorientierten Kontrollen für den Monat September zum Schwerpunkt "Zweiradfahrer im Blick" durch. An drei stationären Kontrollstellen wurden insgesamt 79 Zweiräder kontrolliert - darunter Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter. Bei 69 wurden Beanstandungen registriert. Am häufigsten wurden technische Mängel an den Fahrrädern, das missbräuchliche Benutzen des Handys, Rotlichtfahrten oder freihändiges Fahren festgestellt. Oftmals blieb es bei aufklärenden Gesprächen zwischen Polizei und Bürgern.

Wird es bald Diensträder geben?

Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen wird im Rahmen der polizeilichen Verkehrssicherheits- und Präventionsarbeit weiterhin einen Schwerpunkt darstellen. Insbesondere die Verbesserung des eigenen Verkehrsverhaltens soll im Fokus stehen. Durch den Einsatz von Fahrrädern können die Polizeibeamten leichter mit den Bürgern ins Gespräch kommen, auf Gefahrenschwerpunkte hinweisen, die Fahrzeuge auf die vorschriftsmäßige Zulassung nach den Regeln der StVZO kontrollieren oder Verstöße bei den Fahrzeugführern ahnden. In diesem Zusammenhang werden nicht nur die Radfahrenden ins Visier genommen, sondern ausdrücklich auch andere Fahrzeugführer, die aufgrund der Missachtung von Verkehrsregeln die "schwächeren" Verkehrsteilnehmer gefährden.

Gibt es am Ende des Testzeitraums ein positives Ergebnis für die Erhöhung der Verkehrssicherheit und Vorteile für die Einsatzbewältigung durch die Beamten, sollen Diensträder zukünftig dauerhaft im gesamten Stadtbereich rollen.

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