Demo in Rostock : Blutspendeerlaubnis auch für Schwule gefordert

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Man könne heutzutage eine HIV-Infektion schon nach zwei Wochen im Blut nachweisen.

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12. Juni 2020, 16:24 Uhr

Gegen aus ihrer Sicht diskriminierende Blutspenderegelen haben Aktivisten in Rostock demonstriert. Dass Männer, die Sex mit Männern haben, zwölf Monate abwarten müssten bis sie Blut spenden dürfen, sei nicht gerechtfertigt, sagte Andreas Szabó vom Verein CSD Rostock am Freitag. Man könne heutzutage eine HIV-Infektion schon nach zwei Wochen im Blut nachweisen. Zu der Kundgebung in der Innenstadt waren nach seinen Angaben etwa 80 bis 90 Teilnehmer gekommen. Drei Rostocker Drag Queens hätten für Unterhaltung gesorgt.

Laut Richtlinie der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts sollen Personen ein Jahr lang kein Blut spenden, wenn ihr „Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko“ zum Beispiel für HIV birgt. Aufgezählt werden unter anderem „Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM)“.

Differenzierung anhand des sexuellen Verhaltens und nicht der sexuellen Orientierung

Das kommt laut Szabó einem Blutspendeverbot gleich. „In der Natur des Menschen liegt es nicht, zwölf Monate auf Sex zu verzichten“. Die derzeitige Regelung behandele Männer, die Sex mit Männern haben, als Risikogruppe unabhängig vom Beziehungsstatus oder von der Anzahl der Sexualpartner. Szabó forderte eine Differenzierung anhand des sexuellen Verhaltens und nicht der sexuellen Orientierung.

Im Mitte Mai verabschiedeten neuen Pandemiegesetz steht, der Ausschluss oder die Rückstellung bestimmter Personengruppen sei im Fall neuer Erkenntnisse zu überprüfen und zu aktualisieren. Dazu sagte Andreas Szabó: „Das geht in die richtige Richtung, findet aktuell aber keine Anwendung.“ Weder Bundesärztekammer noch Paul-Ehrlich-Institut hätten darauf bisher reagiert.

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