Rostocker Seehafen : Bergung von havariertem Liebherr-Kran dauert bis Ende des Jahres

Das Spezialschiff „Orion I' liegt mit einem zerstörten Offshore-Kran an der Kaikante im Kranwerk Liebherr-MCCtec Rostock GmbH im Seehafen. Bei einem Belastungstest des neuen Schwerlastkrans von Liebherr am 02.05.2020 ging der Kranhaken kaputt, daraufhin kippte der Ausleger zur Seite und zerbrach.

Das Spezialschiff „Orion I" liegt mit einem zerstörten Offshore-Kran an der Kaikante im Kranwerk Liebherr-MCCtec Rostock GmbH im Seehafen. Bei einem Belastungstest des neuen Schwerlastkrans von Liebherr am 02.05.2020 ging der Kranhaken kaputt, daraufhin kippte der Ausleger zur Seite und zerbrach.

Es war ein Riesenschock für den Kranhersteller Liebherr, als Anfang Mai ein 100 Millionen Euro teurer Kran bei einem Test zusammenbrach. Nur wenige Monate zuvor waren zwei andere Kräne in den Seehafen gestürzt.

von
17. Juni 2020, 07:40 Uhr

Der Anblick des bei einem Überlastungstest im Seehafen havarierten Krans der Firma Liebherr wird den Rostocker noch eine Weile erhalten bleiben. Ein Sprecher sagte, dass derzeit das Jahresende zur endgültigen Bergung des Krans vom Typ HLC 295000 als realistisch angesehen werde. Nach momentanem Ermittlungsstand gehen Behörden und Experten einhellig von einem gebrochenen Kranhaken als Unfallursache aus.

Weiterlesen: Gebrochener Kranhaken ist Ursache der schweren Havarie

Es sei anzunehmen, dass sich der Vorfall bei einer Belastung von rund 2600 Tonnen ereignet und eine Kettenreaktion ausgelöst habe. Warum der Haken, der von einem externen Lieferanten stammte, der Belastung nicht standhalten konnte, ist den Angaben zufolge noch unklar. Ein Konstruktions- oder Produktionsfehler des Krans könne ausgeschlossen werden.

Bergung stellt komplexe Aufgabe dar

Der am 2. Mai erfolgte Test war als letzter im Rahmen einer Testreihe des rund 100 Millionen Euro teuren Krans geplant gewesen. Dabei erfolgte eine vollständige 360-Grad-Bewegung des Krans mit einer Last von 836 Tonnen bei einer maximalen Ausladung von 115 Metern. Dies entspreche der gleichen Belastung des Krans, die bei einer Last von 5000 Tonnen bei einer Ausladung von 30 Metern auftritt.

Wegen der Dimensionen des Krans stelle die Bergung eine sehr komplexe Aufgabe dar, sagte der Sprecher. Um sie so risikoarm wie möglich zu gestalten, werden die Arbeiten voraussichtlich in drei Phasen erfolgen, deren Dauer noch nicht definiert werden kann. Die erste Phase sei die Absicherung der Unfallstelle, um das Schiff sicher zum Liegeplatz 25 im Überseehafen zu bringen. Dort sollen die instabilen Komponenten wie Ausleger geborgen werden, um in Phase drei dann einen kontrollierten und sicheren Rückbau des Krans zu gewährleisten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen