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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 05:03 Uhr

Rostock : Hansestadt plant Autobahn für Radfahrer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nächster Abschnitt: Hauptbahnhof bis Trotzenburg

von
erstellt am 29.Mär.2017 | 11:45 Uhr

Vom Barnstorfer Wald bis zum Hauptbahnhof sollen Radfahrer im kommenden Jahr eine eigene Fahrradautobahn nutzen können. Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) plant als Material nicht nur mit dem üblichen Asphalt, sondern auch mit einem Fotovoltaik-Belag, der zugleich Strom erzeugt. Derzeit bereitet er einen entsprechenden Förderantrag an das Bundesumweltministerium vor – denn das Material würde die Kosten in die Höhe schnellen lassen.

Der Abschnitt ab der Trot-zenburg ist Teil des Radverkehrskonzepts, das die Hansestadt im Mobilitätsplan Zukunft festschreiben will. Es sieht insgesamt 28 Kilometer Radschnellwege vor, die von Dierkow über den Stadthafen und die Südstadt bis Warnemünde führen sollen. Die Kosten dafür liegen bei rund zwölf Millionen Euro, sofern übliche Baustoffe eingesetzt werden.

Dank der höheren Attraktivität der neuen Strecken verspricht Mobilitätskoordinator Steffen Nozon sich eine Steigerung der Nutzerzahlen. Einem Gutachten der PTV Group zufolge könnten diese um fünf Prozent wachsen, umgerechnet 6200 Fahrten täglich. „Wichtig dabei ist, dass 75 Prozent vom Auto aufs Fahrrad umsteigen, nur 25 Prozent von Bus und Bahn“, sagt Nozon. Pro Tag würden so rund 31 400 Pkw-Kilometer und damit 8,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart.

„Das sind Investitionen, die auch volkswirtschaftlich sehr positiv sind“, sagt Nozon. Um das nachzuweisen, setzen die Experten im Gutachten die Investitions- und Betriebskosten ins Verhältnis zu Indikatoren wie der
CO2-Einsparung, Unfallschäden oder Krankheitskosten. Im Ergebnis kommen sie auf ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 4,84. Zum Vergleich: Der Bundesverkehrswegeplan, mit dem die Bundesregierung ihre Investitionen in die Infrastruktur festschreibt, kommt auf den Wert 4. Und bei Straßenbahn-Projekten sei schon ein Wert von 1,2 ausgezeichnet, so Nozon.

In weiten Teilen besteht das Netz bereits, erklärt der Mobilitätskoordinator: „Wir nutzen viel vorhandene Strecken und bauen wenig neu.“ So auch im Barnstorfer Wald, wo nur die Fahrbahn saniert werden soll. Ziel seien überall drei bis vier Meter Breite. Allerdings werde es an einigen Stellen immer Engpässe geben, etwa am Alten Fritz im Stadthafen, so Nozon. „Wir arbeiten gerade an einem Umsetzungskonzept mit Prioritäten“, erklärt er. Als nächstes sei der Abschnitt Albert-Einstein- bis Satower Straße vorgesehen. Er soll im nächsten Jahr fertig werden. Geplant sind in diesem Zusammenhang auch zwei Brücken über die Bahnschienen beim Groten Pohl und am Südring. Perspektivisch sei es durchaus denkbar, die Schnellwege auch weiter bis in die Nachbargemeinden zu führen. Profitieren könnten davon beispielsweise Kritzmow oder Bad Doberan.

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