Rostock : Hansestadt kauft alte Neptun-Kaikante

Die Mauer der Kaianlage parallel zur Kurt-Dunkelmann-Straße ist im Laufe der Jahrzehnte durchgerostet. Das Warnowwasser hat den Seesand weggespült, der als Fundament für die Betonplatten aufgeschüttet worden war. Weil der Kai die 250 Tonnen Gewicht des Krans „Möwe“ nicht tragen konnte, war der eingelagert worden.
Die Mauer der Kaianlage parallel zur Kurt-Dunkelmann-Straße ist im Laufe der Jahrzehnte durchgerostet. Das Warnowwasser hat den Seesand weggespült, der als Fundament für die Betonplatten aufgeschüttet worden war. Weil der Kai die 250 Tonnen Gewicht des Krans „Möwe“ nicht tragen konnte, war der eingelagert worden.

Touristische Nutzung geplant. Gutachten im März erwartet. Kran soll geprüft werden

23-30763521_23-92629962_1508487046.JPG von
31. Januar 2018, 08:00 Uhr

Große Überraschung: Die Stadt kauft den 310 Meter langen und zehn Meter breiten Ausrüstungskai der ehemaligen Neptun-Werft von der Wiro. Jahrelang verwitterte er. Unklar war, wer die mehre Millionen Euro teure Sanierung finanzieren soll. Die Wiro als Eigner und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) als Anlieger hatten vergeblich auf Bundesmittel gehofft. Jetzt will die Stadt den Kai herrichten, um ihn touristisch zu nutzen.

„Der frühere Ausrüstungskai ist ein besonders eindrucksvoller Abschnitt innerhalb des Rostocker Ovals“, sagt Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD), Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Die Rostocker Schiffbautraditionen seien dort unübersehbar. „Die Ufer- und Hafenpromenade entlang des Stadthafens sollte daher künftig auch zu diesem Bereich führen“, konstatiert er. Ein Gutachten soll bis März Möglichkeiten aufzeigen, wie das Areal touristisch nutzbar gemacht werden kann. Das könnte als touristische Infrastruktur förderfähig sein. Rahmenbedingungen definiere das städtebauliche Umfeld. Mit dem BSH, das dort seinen Sitz hat, habe die Stadt gesprochen. „Anforderungen aufgrund von Dienstbarkeiten“ fänden auch künftig Berücksichtigung, so Stadtsprecher Ulrich Kunze.

Am Kai legen regelmäßig Forschungsschiffe des BSH an. Das Hafen- und Seemannsamt werde zudem prüfen, ob, wo und wie der Portalkran „Möwe“, der seit drei Jahren eingelagert ist, weil er zu schwer für die marode Kaikante ist, wieder errichtet werden kann. „Dies hängt auch vom Zustand der einzelnen Bauteile des Krans und von der Nutzbarkeit der künftigen Kaianlage ab“, so Kunze.

Falls er nicht aufbaufähig wäre, sei notfalls die skulpturelle Inszenierung einzelner Bauteile an der Kaikante oder auf dem ehemaligen Werftgelände denkbar. Der Kran als technisches Denkmal gehört aber der Wiro – und die sieht keine Probleme. „Er soll auf jeden Fall wieder aufgebaut werden“, so Sprecher Carsten Klehn. Die Denkmalämter hätten ihn mehrfach kontrolliert. Letzte Kostenschätzung für die Instandsetzung: 400 000 Euro.

Im nicht-öffentlichen Teil der Bürgerschaft soll heute über die Pläne informiert werden. Der Kaufpreis soll symbolisch einen Euro betragen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen